Günstig telefonieren im Ausland – Das Wichtigste zu Roaming in der EU

Verfasst am 02.08.2013


Urlaub bedeutet auch immer Trennung auf Zeit von den Liebsten. „Ruf mich an, wenn du da bist!“ – Wer kennt diesen Satz nicht? Doch besonders, wenn es um die Nutzung des Handys im Ausland geht, ist Vorsicht geboten.

Man using mobile smart phone while relaxing in a hammock

Ein wenig Vorbereitung vor dem Urlaub kann sich immer bezahlt machen: Neben der Recherche von Verkehrsregeln im Urlaubsort oder dem Abschluss einer Reiseversicherung kann auch der bewusste Blick auf die Roamingtarife dazu führen, dass das Urlaubsbudget nicht unnötig überzogen wird.
Das Verwenden von Mobiltelefonen im Ausland kann immer noch zu sehr hohen Kosten führen. In der Europäischen Union sind durch die Einführung der EU-Roaming-Verordnung die Preise für Sprachroaming deutlich kostengünstiger geworden. Aufpassen muss man immer noch beim Nutzen mobiler Datendienste, denn das kann zu bösem Erwachen bei der nächsten Handyrechnung führen.

Unter „Roaming“ versteht man grundsätzlich die Nutzung ausländischer Mobilfunknetze. Abgerechnet wird diese Nutzung dann über Ihren heimischen Mobilfunkbetreiber.

Telefonieren im Ausland

- Wenn Sie vom Ausland aus anrufen, werden Ihnen so genannte aktive Roamingentgelte von Ihrem österreichischen Mobilfunknetzbetreiber verrechnet.
- Sollten Sie im Ausland angerufen werden, so verursacht das Gespräch beim Anrufer keine Mehrkosten. Da der Anrufer nicht wissen muss, wo Sie sich gerade befinden, werden Ihnen durch Ihren österreichsichen Mobilfunknetzbetreiber so genannte passive Roamingentgelte verrechnet.

Mobile Datendienste im Ausland

Besonderer Beliebtheit erfreut sich die Verwendung mobiler Datendienste im Ausland. Dabei gilt es dennoch zu beachten, dass hohe Roamingkosten anfallen können. Für verbrauchte Dateneinheiten sind oftmals von den Mobilfunkbetreibern hohe Entgelte vorgesehen. Sollte Ihr österreichischer Vertrag ein monatliches Datenvolumen beinhalten, so gilt dieses im Ausland nicht.
Bevor Sie ins Ausland reisen, sollten Sie sich also über die Roamingkosten informieren und darauf achten, dass durch automatische E-Mail-Abfragen oder Updates unbemerkt hohe Kosten entstehen können. Die Roaming-Verordnung hat zumindest dazu geführt, dass innerhalb der EU eine verpflichtende Kostenkontrollfunktion bei der Nutzung mobiler Datenroamingdienste vor hohen Roamingkosten schützen.

Roaming

Mit 1. Juli 2012 trat die Roaming III-Verordnung der EU in Kraft. Die wesentlichen Neuerungen dieser Verordnung sind fixe Preisobergrenzen für Datenroaming, erweiterte Transparenzverpflichtungen, sowie die Erweiterung von Schutzmaßnahmen auf Drittstaaten.

Eurotarif

Die Roaming-Verordnung gilt für alle EU-Mitgliedsstaaten, sowie die EWR-Staaten Norwegen, Island und Liechtenstein. Innerhalb dieser Länder hat der Roaminganbieter dem Kunden einen Eurotarif zur Verfügung zu stellen.

Durch die Roaming-Verordnung werden die Roamingkosten für Endkunden bis 2014 schrittweise gesenkt.

Seit 1. Juli 2013:
- aktive Telefonate maximal 0,288 Euro
- passive Telefonate maximal 0,084 Euro
- Versenden von SMS maximal 0,096 Euro
- Empfangen von SMS kostenlos
- Datenroaming maximal 0,54 Euro pro Megabyte

Ab 1. Juli 2014:
- aktive Telefonate maximal 0,228 Euro
- passive Telefonate maximal 0,06 Euro
- Versenden von SMS maximal 0,072 Euro
- Empfangen von SMS kostenlos
- Datenroaming maximal 0,24 Euro pro Megabyte

Informations- und Transparenzverpflichtungen

Bei der Einreise in ein anderes Land muss der Roaminganbieter den Kunden automatisch per SMS kostenlos über die Roamingentgelte im entsprechenden Land informieren. Diese Nachricht hat auch die Information zu beinhalten, dass die europäische Notrufnummer „112“ entgeltfrei nutzbar ist.
Des Weiteren muss der Roaminganbieter dem Kunden regelmäßig mitteilen, dass es zu automatischem und unkontrolliertem Verbindungsaufbau kommen kann und darüber, wie der Roamingdienst abgestellt werden kann. Bei Datenroaming muss der Anbieter dem Kunden die Möglichkeit geben, dass bei Überschreiten eines maximalen Betrags von 50 Euro der Datenroamingdienst abgestellt wird. Seit Juli 2012 gilt die Kostenbegrenzung für Datenroaming auch für Drittstaaten.

Telefonieren im Ausland – einige Tipps

Damit es beim Telefonieren im Ausland nicht zu unerwünschten hohen Kosten kommt, haben wir hier einige Tipps für Sie:

- Informieren Sie sich vor der Reise bei Ihrem Mobilfunkbetreiber über die Kosten für selbst getätigte (aktive) und entgegengenommene (passive) Anrufe, sowie die Entgelte für SMS und Datendienste.

- Oftmals ist es günstiger, sich anrufen zu lassen, als selbst aktiv anzurufen.

- Die „manuelle Netzauswahl“ bei im Menü Ihres Mobiltelefons ermöglicht Ihnen, den günstigsten Anbieter im Ausland auszuwählen. Allerdings gilt es zu beachten, dass die von österreichischen Mobilfunkbetreibern ausgegebenen SIM-Karten oftmals bestimmte Netze aus dem Ausland beim Auswählen bevorzugen.

- Sollten Sie häufig ins Ausland reisen, eignen sich vor allem Pauschalpakte, die von heimischen Mobilfunkbetreibern angeboten werden.

- Sollten Sie einen längeren Aufenthalt in einem fremden Land geplant haben, ist es sinnvoll, die Tarife vor Ort zu recherchieren und sich eine SIM-Karte aus dem jeweiligen Land zu besorgen.


Foto: Maksim Kostenko - Fotolia.com
 

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