Phänomen „Geisterroaming“: Achtung vor Kostenfalle bei LTE

Verfasst am 19.08.2016


Auch wer sein Datensignal im Ausland ausschaltet, kann Roaminggebühren verrechnet bekommen. Das neu bekanntgewordene Geisterroaming betrifft LTE-Nutzer in Österreich, Deutschland und der Schweiz.

Geisterroaming

Wer sein Datensignal im Ausland ausschaltet, um Roaming-Kosten zu vermeiden, wird möglicherweise beim Blick auf die Handyrechnung staunen: Es wurden trotzdem Dateneinheiten verrechnet. Aber wie ist das möglich?

Bei ausgeschalteter Datenroaming-Funktion ist ein aktives Surfen im Web zwar nicht möglich, aber im Hintergrund können durch die passive LTE-Verbindung weiter minimale netzinterne Signalisierungsdaten übertragen werden.

Kosten von Tarif abhängig

Diese Übertragung verbraucht in der Regel nur geringe Datenmengen von wenigen Kilobyte. Abhängig von der Datentaktung des eigenen Tarifs kann sich das aber summieren – so zum Beispiel, wenn für jedes angefangene Kilobyte ein ganzes Megabyte (1.024 KB) verbraucht wird.

1 Million LTE-Nutzer in Österreich

Die Kostenfalle kann rund 1 Million LTE-Kunden in Österreich treffen – so viele gab es Ende 2015 laut dem Jahresbericht der Telekomregulierungsbehörde. Es ist davon auszugehen, dass wohl Kunden aller heimischen Mobilfunkanbieter betroffen sind und das Betriebssystem hier keine Rolle spielt.

Geisterroaming verhindern

Vorbeugen lässt sich die passive LTE-Verbindung, indem man bei Auslandsaufenthalten den Netzmodus am Smartphone auf 3G umstellt. Damit ist das 4G-/LTE-Netz am Smartphone deaktiviert und kann keine Signale mehr senden – das kann nach dem Urlaub natürlich wieder in den Einstellungen rückgängig gemacht werden.

Ist der Urlaub schon vorbei, sollten Sie die nächste Handyrechnung kontrollieren und bei Auffälligkeiten den Mobilfunkanbieter kontaktieren. Dieser erstattet dann womöglich die Kosten für das Geisterroaming zurück.
Foto: shutterstock.com

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