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Hohe Strom- und Gaspreise: Was Verbraucher:innen jetzt tun können

Verfasst am 15.03.2022


Die Preise für Strom und Gas befinden sich aktuell auf einem Rekordhoch. Viele stellen sich daher die Frage: Was tun gegen eine hohe Strom- und Gasrechnung 2022? Das kommt drauf an: Wer aktuell einen stabilen Tarif hat, sollte mit einem Anbieterwechsel vorerst abwarten und versuchen, bei anderen Fixkosten zu sparen. Für Personen, die vom Anbieter gekündigt wurden oder von einer starken Preiserhöhung betroffen sind haben unsere Energie-Expert:innnen hilfreiche Tipps parat.

Foto: Shutterstock


Das erfahren Sie in diesem Blog-Beitrag:

Warum sind die Strom- und Gaspreise aktuell auf einem Rekordhoch?

Die wirtschaftliche Erholung sorgte im vergangenen Jahr für einen starken Nachfrageanstieg bei Strom. Diese gestiegene Nachfrage hat wiederum die Großhandelspreise für Öl, Gas und Kohle deutlich anziehen lassen – immerhin werden diese Rohstoffe auch für die Stromerzeugung benötigt. Besonders die Gaspreise waren und sind ein zentraler Treiber der Strompreise.

Die ersten Auswirkungen haben Verbraucherinnen und Verbraucher bereits im letzten Herbst gespürt: Energieanbieter haben auf die Preissteigerungen an den Großhandelsmärkten reagiert und ihre Tarife für Neu- und Bestandskund:innen erhöht.

Jetzt kommen weitere Faktoren hinzu, welche die Energiepreise erneut auf ein Rekordniveau ansteigen lassen:

  • ein strenger Winter in Europa führt zur erhöhten Nachfrage an Gas bei privaten Haushalten
  • der Genehmigungsstopp der Ostseepipeline Nord Stream 2
  • der Russland-Ukraine-Krieg und die zunehmende Versorgungsunsicherheit mit Gas und Öl aus Russland

Ist es aktuell sinnvoll, den Strom- oder Gasanbieter in Österreich zu wechseln?

Die internationalen Energiemärkte befinden sich aktuell in einem Ausnahmezustand. Darauf reagieren die Strom- und Gasanbieter bereits seit einigen Monaten mit Preiserhöhungen. Was jetzt noch hinzukommt: Viele Energieanbieter setzen ihre Tarife für Neukund:innen aus. Zahlreiche Angebote können derzeit also gar nicht mehr abgeschlossen werden. Das macht es zusätzlich schwerer, eine Alternative zu einem bestehenden Strom- oder Gastarif zu finden.

Liegt Ihrerseits kein dringender Grund für einen Anbieterwechsel vor? Weil Sie zum Beispiel einen stabilen Tarif mit Preisgarantie haben oder nicht von einer Preiserhöhung betroffen sind? Dann raten wir Ihnen aktuell von einem Anbieterwechsel ab. Es ist empfehlenswert vorerst abzuwarten, bis wieder attraktive Angebote verfügbar sind.

Aber was tun, wenn man mit einer starken Preiserhöhung konfrontiert ist, vom Energielieferanten gekündigt wurde oder jetzt in eine neue Wohnung zieht? Keine leichte Situation für Betroffene. Wir haben im nächsten Punkt daher hilfreiche Tipps unserer Energie-Expert:innen zusammengefasst.




Was können Sie als Verbraucher:in jetzt tun?

Was tun bei Kündigung durch Energieanbieter oder bei Umzug?

Wenn Sie von Ihrem Strom- oder Gaslieferanten gekündigt wurden oder in eine neue Wohnung umziehen, müssen Sie sich nach einem neuen Energieanbieter umsehen. Unsere durchblicker Energie-Expert:innen raten:

  • Überblick über aktuelle Angebote am Markt verschaffen: Da viele Energieanbieter keine Neukund:innen mehr aufnehmen, sind die Angebote am Markt aktuell beschränkt. Mit einem Online Vergleich für Stromtarife und Gastarife können Sie sich einen Überblick über noch verbleibende Angebote verschaffen. Bei der Auswahl sollten Sie folgendes beachten:

  • durchblicker rät Neukund:innen derzeit zu Festpreis-Tarifen. Diese Tarife unterliegen keinen monatlichen Preisanpassungen.

  • Aktuell sind für Neukund:innen der Landesenergieversorger oder der Kommunalbetrieb die beste, wenn nicht die einzige Wahl. Mittlerweile haben aber auch viele regionale Energieversorger ihre Preise für Neukund:innen angehoben.

  • Floater-Tarife mit Vertragsbindung sind derzeit nicht empfehlenswert!

  • Auch einen Floater-Tarif ohne Vertragsbindung sollten Sie nur dann abschließen, wenn Sie kein Problem mit Preisschwankungen haben. Denn steigen wie derzeit die Strom- und Gaspreise, dann erhöht sich auch Ihr Strom- und Gastarif (monatlich oder quartalsweise). Lesen Sie hier mehr zur Funktionsweise und Risiken von Float-Tarifen.

Was tun bei einer Preiserhöhung durch den Strom- oder Gasanbieter?

Erhöht Ihr Strom- oder Gasanbieter die Tarife steht Ihnen grundsätzlich ein Sonderkündigungsrecht zu. Aber Achtung: Nutzen Sie Ihr Recht zur außerordentlichen Kündigung, endet Ihr bestehender Strom- oder Gasvertrag nach 3 Monaten. In der Zwischenzeit müssen Sie einen neuen Anbieter suchen - und das ist aktuell gar nicht so einfach.

Viele Energieanbieter bieten aktuell keine abschließbaren Tarife für Neukund:innen mehr an. Der Grund: Die Energieanbieter müssen bereits für ihre Bestandskund:innen teuer Energie ein­kaufen und nehmen daher keine neuen Kundinnen und Kunden mehr auf.

Nichtsdestotrotz: Wenn Sie von einer Preiserhöhung betroffen sind, verschaffen Sie sich einen Überblick über verbleibende Angebote am Markt. Gegebenenfalls lässt sich zumindest ein Teil der Mehrkosten mit einem Stromvergleich oder Gasvergleich reduzieren. Wenn Sie aber keine passende Alternative finden, raten wir Ihnen aktuell von einem Anbieterwechsel ab.

Möchten Sie Ihren Tarif aufgrund einer Preiserhöhung wechseln? Dann haben unsere durchblicker Energie-Expert:innen folgende Tipps für Sie:

  • durchblicker empfiehlt Neukund:innen derzeit Festpreis-Tarife. Diese Tarife unterliegen keinen monatlichen Preisanpassungen.

  • Aktuell sind für Neukund:innen der Landesenergieversorger oder der Kommunalbetrieb die beste, wenn nicht die einzige Wahl. Mittlerweile haben aber auch viele regionale Energieversorger ihre Preise für Neukund:innen angehoben.

  • Floater-Tarife mit Vertragsbindung sind derzeit nicht empfehlenswert!

  • Auch einen Floater-Tarif ohne Vertragsbindung sollten Sie nur dann abschließen, wenn Sie kein Problem mit Preisschwankungen haben. Denn steigen wie derzeit die Strom- und Gaspreise, dann erhöht sich auch Ihr Strom- und Gastarif (monatlich oder quartalsweise). Lesen Sie hier mehr zur Funktionsweise und Risiken von Float-Tarifen.

  • Wenn Sie aktuell keine passende Alternative finden: Warten Sie mit einem Anbieterwechsel ab, bis wieder mehr Angebote am Markt verfügbar sind. Nutzen Sie hierfür den durchblicker Erinnerungsservice “Erinnerung setzen” auf der Ergebnisliste im Vergleichsrechner. Oder melden Sie sich zu unserem Newsletter an (Newsletter-Box rechts oben). Wir informieren Sie, sobald wieder attraktive Energietarife verfügbar sind.

Was tun, wenn der Energieanbieter die Preise noch nicht erhöht hat

Sie haben einen Tarif mit Preisgarantie? Oder sind noch nicht von einer Preiserhöhung betroffen? Dann raten unsere durchblicker Energie-Expert:innen aktuell von einem Anbieterwechsel ab.

Das hat mehrere Gründe: Einerseits befinden sich die Energiemärkte aktuell im Ausnahmezustand. Die Preise für Strom und Gas steigen. Das hat zur Folge, dass durch einen Anbieterwechsel keine Ersparnis mehr möglich ist, sondern Mehrkosten anfallen. Andererseits ziehen sich bereits viele Strom- und Gasanbieter aus dem Neukundengeschäft zurück. Das bedeutet: Zahl­reiche Strom- und Gastarife können von Wechslern, also Neukund:innen, derzeit gar nicht mehr abgeschlossen werden.

Wie werden sich die Strom- und Gaspreise 2022 entwickeln?

Eine genaue Prognose für die Strom- und Gaspreisentwicklung ist aktuell nicht möglich. Durch den Krieg in der Ukraine wird der Energiemarkt weiterhin von Preisschwankungen betroffen sein. Auch die damit verbundene Versorgungsunsicherheit mit Gas aus Russland sowie die generelle Nach­frage nach Strom und Gas beeinflusst die zukünftige Preisentwicklung.

Erst wenn sich die internationalen Energiemärkte wieder beruhigen, wird es absehbar sein, wie sich die Großhandelspreise für Strom und Gas entwickeln. Dann wird es auch wieder zu einem Wett­bewerb am Strom- und Gasmarkt kommen. Die Energiepreise werden jedoch auf einem hohem Niveau bleiben.

Wo kann man aktuell noch Geld sparen?

Sparen können Konsumentinnen und Konsumenten im Moment besser bei anderen Fixkosten. Wer schon lange nicht mehr seinen Handytarif oder Internettarif verglichen, seine Versicherungen optimiert oder das Girokonto gewechselt hat, sollte das jetzt in Angriff nehmen. Damit lässt sich das Haushaltsbudget um bis zu 1.900 Euro im Jahr entlasten und zumindest einen Teil der stark steigenden Lebenserhaltungskosten kompensieren.


Noch mehr Spar-Tipps erfahren - im durchblicker Fixkosten Sparguide 2022

Wer bei Strom und Gas sparen möchte, sollte beim eigenen Verhalten ansetzen. Kennen Sie eigentlich die 10 größten Stromfresser in Ihrem Haushalt? Nein? Dann wird es Zeit diese aufzu­spüren und zu beseitigen. Auch beim Heizen lässt sich mit 6 einfachen Heiz-Tipps Geld sparen.

Für eine finanzielle Entlastung soll auch der 150 Euro Energiekostenausgleich sorgen – der Gut­schein wird den Haushalten voraussichtlich im April per Post zugestellt. Gut zu wissen: Heuer wird auch die Ökostrompauschale und der Ökostromförderbeitrag ausgesetzt. Ein durchschnittlicher Haushalt spart sich so zusätzlich rund 100 Euro.


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