Krone – Neue Versicherungen: Wann die Prämien “verrückt spielen”

Verfasst am 24.12.2011


Die "Krone" berichtet heute von den Anpassungen der Versicherungstarife aufgrund der Umsetzung der Unisex-Richtlinie in Österreich 2012 und hat sich dafür auch Infos bei durchblicker.at geholt.



In genau einem Jahr, am 21. Dezember 2012, droht Konsumenten große Verunsicherung: Dann tritt nämlich eine EU-Regel in Kraft, wonach bei Versicherungsprämien nicht mehr zwischen Männern und Frauen unterschieden werden darf. Derzeit ist das ja der Fall, weshalb jüngere, draufgängerische Männer höhere Kfz-Tarife und jüngere Frauen ("Schwangerschaftsrisiko") dafür mehr für Zusatz-Krankenpolizzen zahlen.

Damit ist dann Schluss. Jedenfalls für alle Verträge, die nach Stichtag 21.12.2012 abgeschlossen werden, gelten dann Einheitstarife. Folge: Manche Kunden werden viel mehr als jetzt zahlen, andere etwas weniger. "Das entzieht der Versicherung eigentlich die Grundlage, dass wir die Prämie nach dem Risiko berechnen. Es wird dadurch ein Prämienvolumen von 500 Mio. Euro umverteilt! Den Großteil davon werden Frauen mehr zahlen müssen", kann Wolfram Littich, Chef von Allianz und Versicherungsverband, erstmals genauer abschätzen.

Die wichtigsten Auswirkungen im Detail:

Krankenversicherung:

Derzeit zahlen jüngere Frauen bis 19% mehr als Herren (s. Tabelle oben). Für sie wird es künftig eher günstiger, "bei Unfall-Tarifen hingegen 35% bis 50% teurer", so Littich. Daher empfiehlt sich für Frauen, eine neue Zusatzkrankenversicherung erst 2013 zu beginnen. Jüngere Männer hingegen sollten nächstes Jahr abschließen und sich so noch die niedrigeren Männerprämien sichern, rät Reinhold Baudisch vom Preisvergleichsportal durchblicker.at. "Dafür gibt es auch günstige Optionstarife, die nur Unfälle decken und erst später in ein Vollprodukt umgewandelt werden können."

Ablebensversicherung:

Hier droht Frauen ein massiver Prämienschub von 40%, schätzt Allianz-Chef Littich, weil sie derzeit in allen Altersgruppen um so viel billiger davonkommen (Tabelle Mitte). "Das alleine macht etwa 350 Mio. Euro Mehrkosten für sie aus." Damen sollten also noch vor dem Stichtag einsteigen. Für Männer werden Neuverträge hingegen eher billiger, sie warten daher besser auf 2013. Wer jedoch jetzt schon einen Vertrag hat, könnte dann immerhin die Prämien vergleichen und eventuell auf eine neue Polizze umsteigen.

Kfz:

Etwa 10% werden Frauen mehr zahlen müssen, schätzt Littich, wenn sie nicht mehr vom "Geschlechterbonus" (weniger Unfälle) profitieren dürfen. Bei einem Prämienvolumen von 1,4 Mrd. Euro ergibt das also 140 Mio. Euro Verteuerung. Preisvergleicher Baudisch erwartet hingegen kaum Änderungen, weil es kaum noch echte Ladyrabatte gibt.

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