VCÖ: Zahl der Unfälle auf Österreichs Autobahnen seit 2000 deutlich gesunken

Verfasst am 04.05.2011


Die Verkehrssicherheit auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen nimmt zu, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt.

Im Vorjahr kamen im Vergleich zum Jahr 2000 um 42 Prozent weniger Menschen bei Verkehrsunfällen auf Autobahnen ums Leben, die Zahl der Unfälle ging um 23 Prozent zurück. Dennoch: Im Schnitt passiert alle vier Stunden auf den Autobahnen ein schwerer Unfall. Der VCÖ fordert schärfere Kontrollen gegen Raser und Drängler.

„Die Verkehrssicherheitsmaßnahmen auf Österreichs Autobahnen wirken“, bringt VCÖ-Experte DI Martin Blum das Ergebnis der aktuellen VCÖ-Untersuchung auf den Punkt. Der VCÖ hat das Unfallgeschehen auf Österreichs hochrangigem Straßennetz seit dem Jahr 2000 analysiert. Seither ist das Autobahn- und Schnellstraßennetz um rund zehn Prozent gewachsen. Erfreulich: Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Unfälle deutlich gesunken.

VCÖ: Minus 42 Prozent tödlich Verunglückte, minus 23 Prozent Unfälle

Die Daten der VCÖ-Untersuchung im Detail: Im Vorjahr passierten um 23 Prozent weniger Unfälle auf den heimischen Autobahnen und Schnellstraßen als im Jahr 2000. Die Zahl der Verletzten ging um 29 Prozent zurück, jene der tödlich Verunglückten um 42 Prozent. Der stärkere Rückgang bei den tödlichen Unfällen ist auf die bessere medizinische Versorgung und auf den verbesserten Insassenschutz bei den Fahrzeugen zurückzuführen.

Unfall vermeidend haben die vermehrten Tempo 100 Abschnitte, der Einsatz der Section Control, die zusätzlichen Lkw-Kontrollen sowie die Sicherheitsmaßnahmen bei den Baustellen gewirkt, wie etwa Tempo 60 am Beginn und am Ende der Baustellen.

Die VCÖ-Untersuchung zeigt aber auch, dass der Blutzoll auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen nach wie vor hoch ist. Im Vorjahr kamen hier 78 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, 3.084 wurden verletzt. Im Schnitt passierten im Vorjahr täglich sechs schwere Unfälle. Gegenüber dem Jahr 2009 gab es zwar um 154 weniger Verletzte, aber um drei Todesopfer mehr. Seit dem Jahr 2000 kamen auf den Autobahnen und Schnellstraßen bereits 1.289 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, weitere 42.810 wurden verletzt. „Die Opferbilanz entspricht der Einwohnerzahl von Wr. Neustadt“, verdeutlicht VCÖ-Experte Blum. Rund 40 Prozent der tödlich Verunglückten war bei Unfällen mit Lkw-Beteiligung (Klein-Lkw, Lkw > 3,5 Tonnen) zu verzeichnen.

Der VCÖ fordert mehr Kontrollen, um Raser und Drängler zu stoppen. Wirksam sind auch der häufigere Einsatz der Section Control sowie mehr Lkw-Kontrollen. Nach wie vor weisen zu viele Lkw Sicherheitsmängel auf, auch Ruhezeiten werden noch immer missachtet. Zudem ist die Einhaltung des Tempolimits für Lkw – 80 km/h auf Autobahnen und Schnellstraßen – ohne Toleranzgrenze zu kontrollieren.

VCÖ: Deutlich weniger Unfälle auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen

Jahr 2010: 78 Tote / 3.084 Verletzte / 2.057 Unfälle
Jahr 2009: 75 Tote / 3.238 Verletzte / 2.061 Unfälle
Jahr 2008: 81 Tote / 3.344 Verletzte / 2.091 Unfälle
Jahr 2007: 84 Tote / 3.625 Verletzte / 2.381 Unfälle
Jahr 2006: 95 Tote / 3.880 Verletzte / 2.465 Unfälle
Jahr 2005: 111 Tote / 4.132 Verletzte /2.654 Unfälle
Jahr 2004: 141 Tote / 4.272 Verletzte / 2.825 Unfälle
Jahr 2003: 141 Tote / 4.451 Verletzte / 2.888 Unfälle
Jahr 2002: 151 Tote / 4.296 Verletzte / 2.685 Unfälle
Jahr 2001: 179 Tote / 4.200 Verletzte / 2.708 Unfälle
Jahr 2000: 153 Tote / 4.288 Verletzte / 2.688 Unfälle


Summe: 1.289 Tote / 42.810 Verletzte / 27.503 Unfälle Änderung: minus 42 Prozent Tote / minus 29 Prozent Verletzte / 23 Prozent Unfälle
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2011


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