Rechtsschutzversicherungen: durchblicker.at warnt vor Tücken und enormen Preisunterschieden

Verfasst am 11.03.2012


Aktuelle Marktanalyse zeigt: Preis- und Leistungsunterschiede bei Rechtsschutzversicherungen besonders groß – Wichtige Lebensbereiche wie Hauskauf oder Scheidungsfälle generell nicht versicherbar – Anleger-Rechtsschutz seit 2012 nicht nur mehr vereinzelt mehr in Neuverträgen inkludiert

Rechtsschutzversicherungen können im Streitfall den Betroffenen horrende Gerichts- und Rechtsanwaltskosten sparen. Oft verursachen diese Rechtsschutzversicherungen aber selbst dem Konsumenten unnötig hohe Kosten. Zu diesem Schluss kommt das Verbraucherportal durchblicker.at in einer aktuellen Marktanalyse. „Die Unterschiede bei Prämie und Leistung sind gerade in der Rechtsschutzversicherung besonders groß. Bis zum doppelten, bei der reinen Kfz-Rechtsschutz auch fast bis zum Dreifachen der Prämie bezahlt, wer den Markt nicht sorgfältig vergleicht“, sagt Reinhold Baudisch.

Nur jeder fünfte Haushalt in Österreich rechtsschutzversichert

Aktuell verfügt nur jeder fünfte Haushalt in Österreich über eine Rechtsschutzversicherung. „Ein Rechtsstreit kann jeden treffen und es kann viel Geld kosten, sein Recht durchzusetzen. Die vermeintlich hohen Kosten einer Rechtsschutzversicherung schrecken viele ab. Dabei können durch eine bewusste Auswahl der wichtigen Lebensbereiche und einen Marktvergleich hunderte Euros pro Jahr an Prämie gespart werden“, erklärt Baudisch.

Der Experte rät, sich ganz bewusst die Lebensbereiche zu überlegen, die man versichern möchte, und danach die Angebote genau zu vergleichen. So kann zum Beispiel ein Single ohne Auto in Wien sich bereits ab 11 Euro pro Monat umfänglich absichern. Wichtige Lebensbereiche wie Angelegenheiten des Schadenersatz-, Arbeits-, Wohn-, Erb-, Familienrechts und des Verbraucherrechts sind da schon inkludiert. Wem Wohnrecht und Erb-/Familienrecht individuell nicht wichtig sind, findet sogar mit 8 Euro pro Monat das Auslangen.

Vorsicht bei Kfz-Rechtsschutz: Nicht im Paket mit der Autoversicherung kaufen

Ähnlich verhält es sich mit dem Kfz-Rechtsschutz. Dieser wird oft im Rahmen der Kfz-Versicherung mitverkauft, wovon das Verbraucherportal abrät. „Der Abschluss einer Kfz-Versicherung mit einem Rechtsschutz-Zusatzpaket bietet in der Regel keinen Prämienvorteil. Außerdem hat man dann einen Vertrag mit unterschiedlichen Laufzeiten, weil die Kfz-Versicherung jährlich kündbar ist, während das Rechtsschutz-Zusatzprodukt im Markt leider meist mehrjährig verkauft wird, so Baudisch. „Die optimale Strategie: Beim Abschluss einer Rechtsschutzversicherung gegen eine geringe Mehrprämie den Kfz-Bereich mitversichern. Das ist in Summe billiger und praktikabler.“

Leistungen der Versicherungen stark unterschiedlich – Nicht alles versicherbar

„Generell unterscheiden sich die Leistungen der Versicherungen im Rechtsschutzbereich so stark wie kaum einem anderen Versicherungsprodukt“, erklärt Baudisch. Neben unterschiedlicher Versicherungssummen betrifft das auch einige wichtige Einzeldeckungen: Schutz bei Vertragsstreitigkeiten innerhalb Europas oder Streitigkeiten rund um Versicherungsverträge sind immer noch nicht in allen Produkten enthalten. Deswegen empfehlen die Experten des Verbraucherportals bei einem Versicherungsabschluss besonders auf eine Versicherungssumme ab 100.000 Euro und die beiden genannten Deckungen zu achten.

Gar nicht versichern kann man sich derzeit etwa gegen Rechtsstreitigkeiten im Falle einer Scheidung, beim Hausbau bzw. Hauskauf und seit kurzem auch kaum mehr bei Vermögensanlagen. Nachdem sich die Klagen enttäuschter Anleger in der Finanzwelt zuletzt stark gehäuft haben, haben die meisten Versicherer in Neuverträgen auch diesen Bereich ausgeklammert.


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