Handy am Steuer – das moderne Straßenungeheuer?

Verfasst am 14.08.2014


Dass Telefonieren am Steuer verboten ist, ist unumstritten. Seit dem 1. Juli 1999 ist diese Verhaltensweise auch unter Strafe gestellt. Dennoch ist es ein weit verbreitetes Handeln, das oft fatale Folgen mit sich bringt. Besonders auf bekannten Strecken sind Fahrer dazu verleitet, das Handy zu benutzen.

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Wie sehr lenkt das Handy am Steuer tatsächlich ab und zu welchen Strafen kommt es bei Zuwiderhandeln? Wir haben Ihnen hier interessante Fakten und erschreckende Zahlen zu diesem Thema zusammengefasst.

Unterschätztes Risiko

Das Unfallrisiko ist beim Telefonieren während der Fahrt um fünf Mal höher als normal. Sogar nach dem Beenden des Gespräches ist der Lenker in den ersten 15 Minuten noch so stark abgelenkt, dass das Unfallrisiko um ein Vielfaches erhöht bleibt. Besonders junge Fahrer verhalten sich fahrlässig: Unter den 25 bis 34-jährigen benutzen fast 85 Prozent das Handy während der Fahrt. Telefonierende Lenker verhalten sich laut VCÖ im Bezug auf Reaktionsgeschwindigkeit wie Fahrer mit 0,8 Promille Alkohol im Blut.

Nutzung des Handys am Steuer in Österreich

Laut der Umfrage der VAV im Juli 2014 glauben 46 Prozent der Österreicher, dass sich das generelle Risiko einen Verkehrsunfall auf Österreichs Straßen zu erleiden, leicht oder stark gesteigert hat. Ein Grund dafür kann das Bedienen eines Mobilfunkgerätes am Steuer eines Fahrzeuges sein. Rund ein Fünftel gab an, ohne Freisprechanlage während des Fahrens zu telefonieren.
Über 30% verrieten, dass sie am Steuer Textnachrichten in Form von SMS, WhatsApp- Nachrichten oder Ähnlichem lesen, 25% schreiben bzw. beantworten solche sogar. In der heutigen Zeit spielt sogar das Bedienen von Apps sowie das Aufrufen von sozialen Netzwerken während der Fahrt eine große Rolle.

Verbote und Strafen in Österreich sowie im Ausland

Grundsätzlich ist in den meisten Ländern Europas das Telefonieren am Steuer ohne Freisprechanlage untersagt. In Österreich wird ein Verstoß gegen das Handyverbot mit 50€ bestraft., sofern man nach dem Anhalten sofort bezahlt. Bei Verweigerung kann sich das Ausmaß der Strafe deutlich erhöhen.

Ansonsten liegen die Strafen zwischen 10 und 220€, je nach Land und dessen Gesetzestexten. In den Niederlanden ist bereits das Halten eines Handys während der Autofahrt strafbar. Hier sind die Strafen mit rund 220€ auch am höchsten. In Italien werden Strafen ab 155€ geltend gemacht, wobei sich dieser Betrag je nach Tageszeit erhöhen kann: Zwischen 22:00 Uhr und 07:00 Uhr ist das Telefonieren am Steuer um ein Drittel teurer. In Ländern wie Spanien und Malta ist zusätzlich das Tragen von Kopfhörern während des Fahrens verboten, folglich ist nur das Benutzen von Freisprechanlagen ohne solche erlaubt.

Lediglich in Schweden gibt es kein generelles Handyverbot. Wird jedoch nachgewiesen, dass ein Unfall aufgrund von Telefonieren am Steuer stattgefunden hat, drohen sehr hohe Strafen. Ein ähnliches Prinzip gilt ebenso in Österreich: Man ist, auch wenn man ein Freisprechgerät benutzt, nicht komplett straffrei – gesetzlich sind alle Nebentätigkeiten verboten, die die Aufmerksamkeit des Fahrers beeinträchtigen.
Wie Sie anhand dieser Fakten erkennen können, gelten unterschiedliche Regeln und Normen im Ausland. Wichtig ist es, sich im Vorhinein zu erkundigen, um sich möglichen Stress zu ersparen. Hier finden Sie weiterführende Informationen zu den verschiedenen Verhaltensregeln im Ausland.

Vermeiden des Risikos

Das erhöhte Risiko durch das Telefonieren am Steuer kann letztendlich nur minimiert werden, indem man die Ursache bekämpft. Man sollte sich selbst am Riemen reißen, denn die vorangegangenen Fakten haben gezeigt, wie gefährlich das Benutzen der mobilen Geräte ist.

Generell sollte man sich, besonders natürlich als Kfz-Lenker, im Vorhinein mögliche Risiken bewusst machen und bestmöglich vermeiden. Auf das Telefonieren ohne Freisprechanlage sowie dasTippen von Textnachrichten sollte komplett verzichtet werden.
Sollte es wirklich notwendig sein, dass man auch während der Autofahrten telefonisch erreichbar ist, ist eine Freisprechanlage dringend zu empfehlen. Ansonsten wäre es besser, wenn man die Anrufe erst nach Beenden der Autofahrt entgegennimmt bzw. zurückruft. Fährt man nicht alleine, so könnte auch der Beifahrer das Telefonat führen.

Foto: Martinan - Fotolia.com

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