News – So schützen Sie Ihr Fahrrad

Verfasst am 15.09.2011


Fahrrad-Versicherungen. Immer mehr Fahrräder werden gestohlen, nur wenige Versicherer bieten Schutz. Die wichtigsten Angebote im NEWS-Check.

Fahrradversicherungen auf durchblicker.at

Im Herbst hat das Fahrrad Hochsaison. Immer mehr Österreicher holen ihre Drahtesel zur täglichen Ausfahrt aus dem Keller. Leider kehren sie dahin nicht immer zurück, denn Diebstähle sind keine Seltenheit. Heuer wurden bereits über 9.000 Fahrraddiebstähle zur Anzeige gebracht - eine Steigerung von 12,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Aufklärungsrate ist erschreckend niedrig: 96 Prozent der gestohlenen Fahrräder verschwinden auf Nimmerwiedersehen (siehe Grafik unten).

Mit den Fahrrädern rollen auch die Versicherungsmöglichkeiten davon. "Die Versicherungen schrecken zurück, weil sie angesichts der hohen Diebstahlsraten Verluste befürchten“, so Reinhold Baudisch, Versicherungsexperte des Online-Vergleichsportals durchblicker.at. NEWS zeigt, wo und zu welchen Konditionen Sie Ihr Fahrrad noch versichern können - und was Sie vor Vertragsabschluss beachten sollten.

Angebot klein, Unterschiede groß

Nur drei Versicherungen bieten in Österreich eine Fahrraddiebstahlversicherung als eigenständiges Produkt an: die Grazer Wechselseitige, Zürich Connect und Uniqa (siehe Tabelle S. 61). Auch die Verkehrsclubs ÖAMTC, Argus und VCÖ bieten einen Diebstahlschutz an, allerdings - mit Ausnahme des VCÖ - nur für Mitglieder. Außerdem kann man bei den meisten Versicherungen eine Fahrradversicherung als Zusatzbaustein zur Haushaltsversicherung abschließen.

Die Konditionen der verschiedenen Anbieter sind, wie so oft bei Versicherungen, sehr unterschiedlich. "Vor Abschluss sollte man sich deshalb genau überlegen, welchen Schutz man braucht“, rät Experte Michael Doberer, Baudischs Kollege von durchblicker.at. So zahlt die Haushaltsversicherung meistens nur, wenn sich das Fahrrad zum Zeitpunkt des Diebstahls in einem abgeschlossenen Raum im Haus befunden hat. Manche Versicherungen gelten nur innerhalb Österreichs, andere auch in den Anrainerstaaten oder ganz Europa. Außerdem ist im Schadens-fall oft ein Selbstbehalt fällig. Teildiebstahl ist oft nicht inkludiert: Wird zum Beispiel nur ein Reifen oder der Sattel gestohlen, zahlt die Versicherung den Schaden nicht.

Versicherungsexperte Doberer: "Generell gilt: Je mehr Leistung inkludiert ist, desto teurer wird die Versicherung. Man muss den individuell günstigsten Anbieter finden.“ Deshalb rät er davon ab, eine Versicherung gleich beim Kauf im Sportgeschäft abzuschließen: "Hier weiß man nicht, was man angeboten bekommt; es fehlt der Vergleich.“ Achten sollte man außerdem auf die Voraussetzungen, die viele Versicherer erfüllt sehen wollen: Manchmal wird der Schaden nicht bezahlt, wenn das Fahrrad nicht registriert ist. Besonders die Verkehrsclubs, aber auch manche Versicherungen, schreiben die Benutzung bestimmter Schlösser vor.

Nicht immer sinnvoll

Eine Fahrradversicherung ist teuer, deswegen sollte man sich gut überlegen, ob man sie wirklich braucht. Empfehlenswert ist eine Versicherung, wenn man das Fahrrad nicht nur als Sportgerät, sondern auch als Fortbewegungsmittel im Alltag verwendet; und häufig an öffentlichen Orten abstellt. Im städtischen Raum kommt es öfter zu Diebstählen als auf dem Land, hier ist ein Schutz besonders wichtig. Außerdem: je neuer und teurer das Fahrrad, umso sinnvoller die Versicherung. Denn jedes Jahr sinkt der Wert eines Fahrrades um zehn Prozent - dann zahlt die Versicherung bei Verlust weniger. Dennoch: "Würde der Verlust sehr schmerzen, kann man natürlich auch billige Räder versichern“, so Doberer.

Doppelt sicher

In Österreich werden laut VCÖ jährlich etwa 400.000 Fahrräder gekauft. "Je neuer, schöner und teurer das Fahrrad, umso interessanter ist es für Diebe“, so Konsumentenschutz-Expertin Michaela Kollmann von der Arbeiterkammer. Deswegen gilt: nicht nur versichern, sondern auch sichern. Und zwar am besten mit einem Bügel- oder Motorradschloss, denn mit billigen Spiralschlössern abgesperrte Räder sind für Diebe leichte Beute. "Außerdem sollte man wenig frequentierte Abstellplätze meiden und das Rad nicht über Nacht im Freien stehen lassen“, so Kollmann. Auch ein registriertes Fahrrad mit Rahmennummer schreckt Diebe ab.

Doch selbst mit den besten Vorsichtsmaßnahmen besteht immer ein Restrisiko. Doberer: "Die Nachfrage nach Versicherungen wird steigen, weil die Leute immer mehr und teurere Fahrräder kaufen. Damit steigt die Angst vor Diebstählen.“ Der Experte ist überzeugt, dass sich mit der steigenden Nachfrage auch auf dem Versicherungsmarkt einiges tun muss: "Anbieter müssen versuchen, intelligente Lösungen zu finden; die Optionen müssen variabler werden. In den nächsten Jahren wird es viele Veränderungen in der Fahrradversicherungsbranche geben.“


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