Teures Heizen mit Strom: 18% Einsparung durch Tarifwechsel

Verfasst am 23.01.2014


Eine knappe Viertelmillion Haushalte heizen nach wie vor mit dem teuersten aller Energieträger: Strom. Wer nicht auf Gas, Holz oder Fernwärme umstellen kann, sollte einen Tarifwechsel überlegen. Denn es lassen sich – abhängig von Standort und Verbrauch – bis zu 18 Prozent oder 1.200 Euro pro Jahr bei den Stromkosten einsparen. Dank einer Gesetzesänderung ist der Wechsel noch einfacher geworden und dauert maximal drei Wochen. In Wien und Niederösterreich ist jetzt sogar der Wechsel zu günstigen „Float“-Tarifen der Grundversorger innerhalb eines Tages möglich.

Bisher hat sich der Winter nur von seiner sanften Seite gezeigt, doch mit dem nächsten Kälteeinbruch laufen die Heizungen garantiert wieder auf Hochtouren. Das wird jene 237.541 Haushalte in Österreich, die laut Statistik Austria aktuell mit elektrischem Strom heizen, besonders teuer kommen. Doch hier gibt es große Preisunterschiede: „Unser kostenloser Stromvergleichs-Rechner zeigt insbesondere bei großen Verbrauchsmengen, wie im Fall von Stromdirektheizungen, Sparmöglichkeiten von bis zu 18 Prozent im Vergleich zu den Standard-Tarifen der lokalen Grundversorger. In Anbetracht der großen Energiemenge kann das bis zu 1.200 Euro im Jahr ausmachen. Ein Wechsel zahlt sich in diesen Fällen eindeutig aus“, erklärt Reinhold Baudisch von Österreichs führendem Tarifvergleichsportal durchblicker.at.

Heizen mit Strom gut zweieinhalb Mal so teuer wie mit Gas

Generell ist Strom der teuerste Energieträger: Eine Kilowattstunde (kWh) kostet laut dem Heizkostenvergleich des VKI durchschnittlich 19 Cent und ist damit rund 2,5-mal so teuer wie dieselbe Energiemenge aus Erdgas. Stromdirektheizungen, insbesondere ältere Modelle, sind zudem wahre Energiefresser, die besser ausgetauscht werden sollten. Ein Umrüsten ist aber oftmals mit hohen Kosten verbunden, da fehlende Leitungsrohre erst nachträglich eingebaut werden müssen.

Laut der österreichischen Regulierungsbehörde E-Control verbraucht ein durchschnittlicher Single-Haushalt in einer unsanierten 50-Quadratmeter-Wohnung mit Stromdirektheizung rund 10.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Der Löwenanteil fließt in die Heizung, nämlich drei Viertel bzw. 7.500 Kilowattstunden. Berechnet am Beispiel eines Wiener Haushalts fallen beim lokalen Grundversorger Stromkosten in Höhe von 1.920 Euro im Jahr an. Würde derselbe Haushalt mit Gas-Brennwertkessel beheizt, kämen die gesamten Energiekosten auf Basis der Standard-Tarife des Grundversorgers auf 1.135 Euro, also 41% billiger.

Ähnlich liegt der Fall bei einer Jungfamilie mit drei Personen in einer unsanierten 100-Quadratmeterwohnung: Vom durchschnittlichen Gesamtstromverbrauch von knapp 21.000 Kilowattstunden gehen 15.000 kWh in die Stromdirektheizung, insgesamt belaufen sich die Stromkosten auf 3.939 Euro pro Jahr. Mit einem Gas-Brennwertkessel müsste die Jungfamilie hingegen bloß 2.289 Euro für Energie bezahlen, was eine Einsparung von 42% bedeuten würde.

Am größten wird der Unterschied bei einem Fünfpersonen-Haushalt in einem unsanierten 150-Quadratmeter-Haus: Der durchschnittliche Gesamtstromverbrauch beträgt in diesem Fall rund 35.000 Kilowattstunden pro Jahr, davon frisst 27.000 kWh die Stromheizung. Insgesamt kommen die Stromkosten auf 6.509 Euro im Jahr. Mit Gas-Brennwertkessel kämen die Energiekosten um ganze 53% billiger, nämlich auf bloß 3.075 Euro.

Auch bei Stromdirektheizung: Einsparungen durch Anbieterwechsel

Im Durchschnitt verbrauchen Haushalte in der kalten Jahreszeit rund ein Viertel mehr Strom als im Sommer, vor allem wegen Heizung und längeren Beleuchtungszeiten. Wer nicht auf billigere Energieträger wie Gas, Holz oder Öl wechseln kann, hat je nach Standort trotzdem teils erhebliches Einsparungspotenzial. Die kostenlosen Online-Vergleichsrechner auf durchblicker.at zeigen für die genannten Beispielshaushalte in Wien Preisunterschiede von rund 18% oder im Maximalfall bis zu 1.186 Euro:



Gesetzesänderung erleichtert Wechsel des Stromanbieters

„Im Winter zahlt man bei Standard-Tarifen der Grundversorger besonders drauf“, kritisiert Baudisch und empfiehlt einen Anbieterwechsel. „Dank einer Gesetzesänderung ist das jetzt noch einfacher: Kunden können jederzeit mit einer zweiwöchigen Frist ihren Stromliefervertrag kündigen. Bis der Wechsel zum neuen Anbieter abgeschlossen ist und man von einem billigeren Tarif profitieren kann, dürfen maximal drei Wochen vergehen. In dieser Zeit wird man selbstverständlich weiterhin durchgehend mit Strom versorgt.“ Besonders schnell lassen sich Kostensenkungen einfahren, wenn ein reiner Tarifwechsel beim Grundversorger durchgeführt wird. „Seit in einigen Bundesländern günstige Float-Tarife eingeführt wurden, können Konsumenten auch sparen, ohne den Grundversorger verlassen zu müssen. Unsere Berechnungen zeigen, dass diese Produkte gerade bei größeren Verbräuchen im Marktvergleich sehr gut liegen. Vorteil für Konsumenten, die noch in dieser Heizperiode sparen wollen: ein Tarifwechsel wird innerhalb eines Tages wirksam.“ Als erste Vergleichsplattform in Österreich hat durchblicker.at die Float Tarife der Wien Energie und der EVN in die Strom-Vergleichsrechner integriert. Bei diesen Produkten orientiert sich der Strompreis an der Preisentwicklung internationaler Strombörsen. Baudisch: „Bei den Strom-Float-Tarifen ändert sich der Strompreis zwar monatlich, allerdings sind die Preisänderungen aufgrund der Konstruktion dieser Produkte stark gedämpft. Die Schwankungsbreite in Hinblick auf die Strom-Gesamtkosten für Jahr sehen wir derzeit nur bei rund +/- 5%.“

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