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Kurier – “Wenn Werte nur hohle Phrasen sind, hat man ein Problem”

Verfasst am 19.10.2015




KURIER: Sie und Michael Doberer haben das Vergleichsportal Durchblicker vor fünf Jahren gegründet. Wann muss man sich in einem Start-up Gedanken über Werte machen?

Reinhold Baudisch: Als Gründer startet man einfach mal los. Ganz automatisch muss man aber immer wieder strategische Entscheidungen treffen. Dann gibt es natürlich nicht nur einen Weg. Wenn man später reflektiert, wieso man sich für eine Richtung entschieden hat, kommt man drauf, dass es wohl mit Werten zu tun haben muss. Wir haben begonnen, uns diese Werte bewusst zu machen und zu leben.

Welche Werte sind zentral?

Wir haben die Werte unseren drei Stakeholder-Gruppen zugeordnet: Bei den Anbietern legen wir enormen Wert auf strikte Unabhängigkeit, Äquidistanz und Professionalität. Bei den Usern zählen wir auf Einfachheit, Objektivität und wollen die beste Beratung bieten, die wir geben können. Im Team sind die "Oldies, but Goldies" Fairness und Respekt enorm wichtig. Auch das Thema Meritokratie ist bei uns zentral. Es gibt Hierarchien, aber es ist wurst, von wem eine Idee kommt. Es soll der Fähigste etwas beitragen und nicht der mit der längsten Betriebszugehörigkeit. Mittlerweile haben wir 35 Mitarbeiter und eine mittlere Führungsebene. Da reicht es nicht mehr, dass nur wir Gründer die Werte im Kopf haben. Wenn Werte nur hohle Phrasen sind, hat man ein Problem. Sie müssen Teil der Unternehmenskultur sein.

Welche Maßnahmen setzen Sie?

Wir haben einen internen Tag der offenen Tür, eine ausgeprägte Feedback-Kultur, jedes zweite Monat unser Management- und Innovation-Breakfast und wir fördern bewusst Widerspruch. Jeden zweiten Donnerstag wird gemeinsam gekocht. Und wir haben einen Chief Happiness Officer . Unsere Mitarbeiter sind das Allerwichtigste, unser einziges Asset abseits der Reputation.

Vom Start-up zum Wachstumsunternehmen: Wird es mit wachsender Größe schwieriger, Werte zu transportieren?

Je größer die Firma wird und je mehr Organisationsebenen man man hat, desto schwieriger wird es. Mein Respekt vor Managern ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Es ist eine große Challenge, ich bin hier noch ein Lehrling.

Quelle: "Kurier" vom 17.10.2015 Seite: 2 Ressort: Karriere

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