Trend – Das Handy auf Sparkurs

Verfasst am 04.04.2016




Tarifwechsel, neuer Anbieter oder Zusatzgebühren: Es gibt viele Wege, die MOBILFUNKRECHNUNG klein zu rechnen.

Beim Mobilfunk waren die Österreicher immer schon unstet. Im Schnitt wechseln zehn bis zwanzig Prozent der Vertragskunden jährlich den Tarif und optimieren ihre Kommunikationskosten. Bei 12,7 Millionen aktiver SIM-Karten sind das über eine Million Verträge, die adaptiert werden. Mindestens ebenso viele Österreicher lassen aber unnötig Geld liegen. Anders ist der Umstand nicht zu erklären, dass die Anbieter noch immer hunderte Alttarife in ihren Systemen haben, die seit Jahren nicht mehr angeboten werden. Der Anbieter Drei etwa verwaltet 293 Sprachtelefonietarife für seine Vertragskunden, davon stehen nur elf Neukunden zur Verfügung. Viele lassen Alttarife jahrelang weiterlaufen, ohne zu hinterfragen, ob es dieselbe Leistung nicht längst billiger gibt - oder mehr Leistung für dasselbe Geld. Das hat auch die Arbeiterkammer bei ihrer jüngsten Bestandsaufnahme festgestellt: "Bei den drei großen Anbietern gab es nur geringe Änderungen in der Preisstruktur. Die Datenfreimengen oder EU-weiten Freieinheiten wurden bei gleichbleibender Grundgebühr aber deutlich ausgeweitet", so AK-Expertin Gabriele Zgubic-Engleder.

NACH VERBRAUCH ODER PAUSCHAL?

Für Kunden, die wenig telefonieren, mag ein nach Verbrauch abgerechneter Vertrag - wenn die Minuten- und SMS-Preise entsprechend niedrig sind - tatsächlich noch günstiger sein. Für den Durchschnittskunden sind Pauschaltarife heute die bessere Option: Durch Messenger- Dienste wie WhatsApp erodiert das SMSund Minutenaufkommen (statistisch nur mehr 21 SMS und 123 Minuten pro Monat). Steil nach oben geht der Verbrauch nur bei den Daten: Die stiegen im Jahresverlauf von 1,1 auf über zwei Gigabyte pro SIM-Karte.

Wer seine aktuelle Rechnung studiert hat, kann sich auf die Suche nach dem passenden Tarif machen. Vergleichsportale wie durchblicker.at geben eine erste Orientierung, welche Tarife überhaupt infrage kommen. Auf Basis dieser "Shortlist" sollte auf den Websites der Anbieter oder in den Shops die Detailrecherche erfolgen. Es gibt sehr viele Tarife und Zusatzpakete.

Wichtig: Das Verhandeln lohnt sich, gerade im Shop und gerade bei den Nebengebühren. Wer auf eine Historie als loyaler Kunde verweisen kann, erlebt durchaus positive Überraschungen. Die Anbieter bemühen sich, Bestandskunden zu halten: Treuepunkte werden oft in Gesprächsgutschriften umgemünzt.

Der günstigste Wechselzeitpunkt ist natürlich kurz vor Auslaufen einer Bindefrist. Aktivierungsgebühren, so sie wie bei der Onlinebestellung nicht ohnehin wegfallen, werden hier ebenso erlassen wie die eine oder andere Wechselgebühr beim Tarifumstieg. Ein Tarifwechsel muss auch nicht automatisch den Anbieterwechsel bedeuten. Wer kein neues Handy anzahlen will und auch keines braucht, steigt einfach auf einen SIM-only-Tarif um (ohne Hardware). Zurzeit eine der gängigsten Methoden, auf schnellem Weg zu sparen.

Der Weg zum Diskontanbieter spart natürlich auch Geld: Dort werden keine Servicepauschalen (20 Euro pro Jahr) verrechnet. Wer selten Service braucht und die reine Kommunikationsleistung sucht, bekommt es hier oft günstiger.

Quelle: "trend" Nr. 13/2016 vom 01.04.2016 Seite 34,35 Ressort: ALL Österreich

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