Extradienst – Versorgungs-Posten

Verfasst am 28.02.2017




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Laut der Tarifvergleichs-Plattform durchblicker.at haben die heimischen Konsumenten 2016 mit dem Wechsel durchschnittlich 645 Euro gespart, im Schnitt geben sie jährlich 702 Euro für Strom und 891 Euro für Gas aus. "Der Wechselmarkt im Energiesektor erlebt derzeit einen enormen Schub. Für 2016 erwarten wir daher ein Rekordjahr mit Wechselraten von bis zu 4,5 Prozent bei Strom und 5,5 Prozent bei Gas. Das könnte sogar die Rekord-Wechselzahlen von 2014 deutlich übertreffen", erklärt durchblicker.at- Geschäftsführer Reinhold Baudisch.

Luft nach oben

Kommerzielle Luft nach oben ist offensichtlich noch ausreichend vorhanden. Gemäß durchblicker.at wissen nun bereits alle Österreicher, dass sie den Energieanbieter wechseln können, immerhin sechs von zehn sind prinzipiell zu diesem Schritt bereit. Was bekanntlich lange Jahre nicht der Fall war, als viele Konsumenten zumeist aus Gründen subjektiver Unsicherheit kein neues Terrain betreten wollten. Gewisse Gedanken über die Verlässlichkeit der Versorgung durch bisher unbekannte Anbieter hemmten ebenso wie Zweifel an einem relevanten Sparpotenzial. Diese Barrieren sind sichtlich nur mehr in homöopathischer Dosierung vorhanden. Vielmehr ist das liebe Geld zum starken Motor für den Wechsel avanciert -forciert noch durch viele Anbieter, die als handfeste werbliche Motivations-Appetizer auch noch Gratis-Energie-Monate offerieren, wenn der Verbraucher sein "Ja" deponiert. Unter den Wechselwilligen bildet jedenfalls die Ersparnis für neun von zehn Personen das zentrale Motiv, ermittelte dazu durchblicker.at. Trotzdem existiert aber auch eine bürokratische Hemmschwelle: Drei von zehn Verbrauchern empfinden den Wechsel als aufwendig und zu mühsam. Unter dem Strich bleibt eine große Herausforderung für das Marketing aller Teilnehmer. Es geht eben nicht nur um günstige Tarife, sondern um möglichst effizient gemischte Überzeugungsarbeit zwischen Vernunft und Emotion. Denn "Geiz ist geil" mag zwar immer noch ein probates Argument sein, doch Entscheidungen für Anbieter laufen nicht nur über Geld-Aspekte ab. Ökologische Aspekte oder Fragen nach der Sicherheit gehören zu jenen Elementen, die abseits aller rationalen Budgetüberlegungen Platz finden.

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Quelle: "Extradienst" Nr. 02/2017 vom 24.02.2017 Seite 186,187,188 Ressort: Story

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