sBausparkasse: Heuer mehr Kredite, weniger Neuverträge

Verfasst am 18.12.2011


Nach dem Rekordjahr 2010 rechnet laut APA die sBausparkasse jetzt mit weniger Bausparverträgen im Jahr 2011. Das Geschäft mit den Bauspardarlehen boomt aber.

Die s Bausparkasse wird heuer weniger neue Bausparverträge absetzen als im Rekordjahr 2011, sagte Generaldirektor Josef Schmidinger heute, Mittwoch, im Klub der Wirtschaftspublizisten. Das Neugeschäft mit Darlehen verläuft aber gut. Bausparen sei zwar nach wie vor die beliebteste Sparform, das Interesse sei aber - ebenso wie beim Sparbuch - angesichts der derzeitigen Unsicherheiten zurückgegangen.

Zur derzeitigen Situation an den Finanzmärkten meinte Schmidinger, man komme sich manchmal vor wie in einer Geisterbahn, es sei aber auch etwas Positives daran. Man habe zwar viele böse Geister, die hineinspringen, "aber man fährt weiter und kommt wieder hinaus".

"Sparen gewinnt heuer eine etwas andere Dimension", meint Schmidinger. Ursachen seien unter anderem das niedrige Zinsniveau, Inflationsängste - manche Menschen würden mehr Geld mit nach Hause nehmen oder investieren. Die Sparneigung sei zurückgegangen. Die durchschnittlichen Einzahlungen seien bei der s Bausparkasse zurückgegangen.

Inklusive Bausparprämie erhalten Kunden bei der s Bausparkasse für ihre Einlagen knapp unter 3 Prozent. Die Bausparprämie wird heuer wie berichtet unverändert bei ihrer Untergrenze von 3 Prozent liegen. Insgesamt beträgt die Bausparförderung rund 140 Mio. Euro im Jahr. Bei den Einlagezinsen gebe es aufgrund der Konkurrenzsituation keinen Spielraum nach unten.

Bei den Ausleihungen liege der Zinssatz der s Bausparkasse bei 3 Prozent für Bauspardarlehen und bei 2,70 Prozent für Zwischendarlehen. Bausparkredite sind generell mit einer Zins-Obergrenze von 6 Prozent ausgestattet.

Eine Debatte um die Bausparförderung im Zuge der Konsolidierungs-Vorschläge für den Staatshaushalt sieht Schmidinger nicht.

In den ersten elf Monaten 2011 sank die Zahl der Neuverträge bei der s Bausparkasse um 12,7 Prozent auf rund 276.000. Für das Gesamtjahr erwartet Schmidinger eine Größenordnung von 300.000 Verträgen. 2011 waren es rund 350.000 Neuabschlüsse. Bei den Bauspareinlagen gab es ein Plus von 3,9 Prozent auf rund 6,3 Mrd. Euro, der Sparkontenbestand war mit 1,57 Millionen leicht rückläufig (minus 0,3 Prozent).

Das Darlehensneugeschäft ist um mehr als ein Fünftel (+21,2 Prozent) auf 714 Mio. Euro gestiegen, die Finanzierungsleistung um 12,1 Prozent auf 900 Mio. Euro. Die Ausleihungen insgesamt beliefen sich auf 6,95 Mrd. Euro (+5,3 Prozent).

Die Bausparkassen profitieren dabei offenbar vom generellen Anstieg bei den Wohnbaufinanzierungen, die laut Nationalbank per Ende September mit 2,6 Mrd. Euro ihren höchsten Wert seit mehr als zwei Jahren erreichten. Ein deutliches Plus gab es vor allem bei den Euro-Krediten. Die Fremdwährungsfinanzierungen sind laut Schmidinger vor allem wegen Kurszuwächsen über Vorjahr gelegen. Die Zahl der Kreditnehmer dürfte stabil bleiben, es ließen sich nicht viele erweichen umzusteigen. Wer das Produkt abgeschlossen habe, verteidige es bis zum Schluss.

Quelle: APA


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