Format.at – Aller Anfang ist schwer: Das kleine Einmaleins des Sparens

Verfasst am 04.12.2015




Bausparen, Sparbuch und Co - richtig Sparen will gelernt sein. Doch aller Anfang ist schwer: Wie investiert man seine ersten 1000 Euro am Besten? Format.at zeigt Ihnen, wie Sie mit kleinem Geld, wenig Wissen und geringem Risiko Ihr Geld klug beiseite legen.

Auch mit wenig Geld auf der hohen Kante, sollte überlegt werden, wie das Ersparte am besten zur Seite gelegt werden kann. Galten bisher Bausparverträge, Sparbücher oder Bundesschatzbriefe als sichere Anlage, bedeuten diese Sparmöglichkeiten heute de facto einen Realverlust.

Ein Rechenbeispiel: Liegen 1000 Euro unberührt auf dem Girokonto, werden diese mit maximal 0,15 Prozent verzinst. Bei einer Inflation von 0,7 Prozent aktuell in Österreich heißt das, dass die 1000 Euro nach einem Jahr 7 Euro weniger wert sind und die Verzinsung Ihnen 1,50 Euro eingebracht hat. Ein Realverlust von 5,50 Euro.

Empfehlenswert ist es also, nach einer Möglichkeit zu suchen, das Gesparte zu sichern, aber keine Verluste oder sogar kleine Gewinne einzufahren.

1. Top-Investment: Schulden zahlen

Trotz niedriger Zinsen liegt der durchschnittliche Dispo-Zins - also die Zinsen für das Überziehen des Kontos - bei zehn Prozent. Liegen die Ausgaben über dem vereinbarten Rahmen, schlagen diese mit über 13 Prozent zu Buche. Bestehende Kredite zurückzahlen oder das Konto auf Null zu bringen ist also eine der besten Investitionen.

Rechenbeispiel: Das Konto wurde mit 1000 Euro überzogen und wird mit zehn Prozent (pro Jahr) verzinst. Behalten Sie diesen Status quo drei Monat bei, zahlen Sie der Bank 2,50 Euro für das geliehene Geld.

Haben Sie einen Kredit ausstehen oder das Konto überzogen und kommen durch ein Erbe, Geschenk oder einen Bonus zu Geld, sollten zunächst Schulden zurückbezahlt werden, denn auf kein anderes risikoarmes Investment erhalten Sie solch einen guten Zinssatz. Anderweitig angelegt würde das Beibehalten der Schulden wieder einen Realverlust bedeuten.

2. Der Klassiker: Das Sparbuch

Das Sparbuch ist in Österreich immer noch sehr beliebt, auch wenn das kleine Heft heute von Sparcards abgelöst wurde, mit denen man auch am Bankomaten Geld beheben kann. Die Zinsen sind hier jedoch eher mau, und die Anlageform ist nicht so flexibel wie zum Beispiel ein Tagegeldkonto - mehr dazu im nächsten Punkt.

3. Tagesgeldkonto: Polster für Notfälle

Es empfiehlt sich stets, ein Notfallpolster griffbereit zu haben - dafür eignen sich gerade kleinere Beträge optimal. Das spricht dafür, 1000 oder 2000 Euro auf einem Tagesgeldkonto zu parken. Der Vorteil gegenüber Bausparer oder Festgeldkonto ist, dass flexibel auf das Geld zugegriffen werden kann. Was passiert, wenn die Waschmaschine plötzlich streikt oder das Auto eine größere Reparatur benötigt? Hier kommt der Notgroschen vom Tagegeldkonto zum Einsatz. Der Vorteil ist, dass das Geld nicht sichtbar auf dem Gehaltskonto, sondern sicher auf einem zweiten Konto liegt - das Polster ist auf diese Weise vor Spontankäufen geschützt. Eine Variante für undisziplinierte Konsumfreudige also.

4. Transparent Online-Sparen

Beim Tagesgeld können flexibel Ein- und Auszahlungen getätigt werden. Online-Sparen bietet sich insofern an, da selbständig zu jeder Zeit Einsicht genommen werden kann. Manche Tagesgeldkonten sind sogar gratis. Die Zinssätze bei Tagesgeldkonten Online können laut durchblicker.at bei bis zu 1,1 Prozent liegen. Dem Verlust kann man so mit geringem Aufwand entgegen sparen.

5. Festgeldkonto

Beim Festgeld ist die Anlage, wie der Name schon sagt, auf eine bestimmte Zeit fix gebunden und wird mit dem Ertrag nach Ablauf der Bindungsfrist ausbezahlt. Ohne rechtzeitige Kündigung verlängert sich das Festgeld entweder automatisch oder die gesamte Summe inklusive Zinsen wird automatisch auf ein Referenzkonto überwiesen. In der Regel gibt es bei dieser Sparform einen fixen Zinssatz von bis zu 1,3 Prozent - abhängig davon, wie lange man sich bindet. Festgeldkonten gibt es ebenfalls kostenlos Online.

6. Lebensversicherung

Genauer geht es beim Sparen um die Kapital-Lebensversicherung. Der Garantiezinssatz sinkt mit Beginn 2016. Wer also heuer noch eine Lebensversicherung abschließt, sichert sich einen Garantiezins von aktuell 1,5 Prozent. Allerdings ist dies eine Form der zusätzlichen Vorsorge: Über einen langen Zeitraum, wie etwa 25 Jahre, werden monatlich oder vierteljährlich Beiträge eingezahlt und mit Ablauf regelmäßig ausbezahlt. Eine Art Zusatzpension. Individuell, je nach Berufsgruppe, Alter, Laufzeit und Versicherungssumme werden die Beiträge berechnet. Nachteil ist, dass bei vorzeitiger Auflösung der Versicherte ordentlich draufzahlt. Eine Lebensversicherung ist also nur zu empfehlen, wenn ein langfristig sicheres Einkommen gewährleistet ist, das die Einzahlung der Beiträge absichert und bereits für Notfälle ein Beitrag flexibel zugänglich beiseite gelegt wurde.

7. Intelligent Investieren: Bildung

Weiterbildung ist ein Investment, das ewig hält. Niemand kann Ihnen Ihr Wissen nehmen, und im besten Fall eröffnet die Weiterbildung Ihnen ein höheres Gehalt oder einen erfreulichen Jobwechsel. Bildung ermöglicht neue Perspektiven, gibt Selbstvertrauen und erweitert Ihr Netzwerk. Ob kostengünstig und international Online, berufsbegleitende Studiengänge, Volkshochschulkurse in branchenfremden Themengebieten, Sprach- oder IT-Kurse - entscheiden Sie selbst, wo Sie sich als Experte künftig positionieren wollen.

8. Für Risikofreudige: Fondssparen

Der Fondssparplan ist ein Sparvertrag mit regelmäßiger Einzahlung in einen Investmentfonds. Man kann dies von seiner Bank erledigen lassen oder Anteilsscheine bei einer Fondsgesellschaft oder einer Börse erwerben, auch möglich durch Vermittlung einer Bank oder eines Vermögensberaters. Regelmäßiges Sparen mit Fonds ist eher undurchsichtig. Sparen mit Investitionen in die Entwicklung von Aktien oder Immobilien ist mit mehr Risiko verbunden. Schließlich weiß man nie, wie der Kurs sich entwickeln wird. Eine gute Vermittlung und Beratung sind hier also wichtig, kosten aber entsprechend Gebühren. Die Alternative ist, sich selber zu informieren, um fundierte Entscheidungen zu treffen - und das kostet Zeit.


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