Verspätete Abschaffung der EU-Roaming-Gebühren kostet ÖsterreicherInnen in diesem Sommer Millionen

Verfasst am 18.06.2015


Eurobarometer zeigt rapide steigende Internet-Nutzung im EU-Ausland – Österreichische Mobilfunkkunden preisbewusster als andere EU-Bürger – durchblicker gibt Spar-Tipps für die Handy-Nutzung im Urlaub

Handy im Ausland verwenden

Wien, am 18. Juni 2015 – Die verspätete Abschaffung der EU-Roaming-Gebühren kommt die Österreicherinnen und Österreicher teuer zu stehen. Alles in allem wird das die rund 2,6 Mio. österreichischen Mobilfunkkunden, die auf ihr Handy im EU-Ausland nicht verzichten möchten, in diesem Jahr mindestens 50 Mio. Euro kosten, errechnete das österreichische Tarifvergleichsportal durchblicker.at auf Basis einer aktuellen EU-Eurobarometer-Umfrage. Wer vor seinem Urlaub die Roaming-Angebote vergleicht, kann sich aber einige böse Überraschungen sparen, sagt durchblicker.at-Geschäftsführer Reinhold Baudisch.

Nach der Erhebung der EU-Kommission fahren aktuell über 4,5 Mio. ÖsterreicherInnen (über 15J.) zumindest einmal jährlich ins EU-Ausland. Zwei von fünf Kunden schalten demnach dabei ihr Handy aus, jeder sechste Kunde deaktiviert zumindest Daten-Roaming, jeder siebente nutzt einen Tarif mit inkludiertem Roaming oder ein Zusatzpakt und jeder achte eine lokale SIM-Karte aus dem Zielland. Alle übrigen zahlen die von der EU seit 2014 festgeschriebenen Roaming-Tarife von 23 Cent pro Minute bei ausgehenden und 6 Cent pro Minute bei eingehenden Anrufen, 7 Cent je versendeter SMS und 0,24 Cent je Megabyte.

„In unserer Rechnung haben wir die unterschiedlichen Kunden-Verhalten detailliert berücksichtigt. 50 Mio. Euro Gesamt-Kosten sind dabei nach unserer Einschätzung die unterste Grenze. Denn für die vorsichtige Schätzung sind wir davon ausgegangen, dass die ÖsterreicherInnen nur einmal im Jahr verreisen und dabei gerade einmal je 50 Minuten aktiv und passiv telefonieren, 20 SMS versenden und 50 MB Daten laden“, erläutert Baudisch.

Bereits jeder Dritte surft laut Eurobarometer auch im Urlaub auf Facebook & Co

Nach der schrittweisen Senkung der vorgeschriebenen EU-Roaming-Tarife bis 2014 hätten Roaming-Gebühren nach früheren Plänen des EU-Parlaments schon 2015 endgültig abgeschafft werden sollen. Aufgrund von Bedenken einiger EU-Staaten werden die Roaming-Tarife in der EU nun aber erst innerhalb der nächsten drei Jahre abgeschafft.

Dennoch nimmt die Handy-Nutzung der ÖsterreicherInnen auf Reisen laut Eurobarometer rapide zu – vor allem beim Internet-Surfen. Mittlerweile greift bereits ein Viertel der Reisenden auch im Urlaub via Handy auf den Social Media Account zu, selbst wenn man sich dabei nicht gerade in einem WLAN-Netz befindet. Insgesamt sind die ÖsterreicherInnen aber preisbewusster als andere EU-Bürger. Während 42 Prozent der heimischen Kunden im EU-Ausland das Handy abschalten, sind es im EU-Durchschnitt nur 28 Prozent.

Die fünf wichtigsten Handy-Tipps für den Sommer-Urlaub

Für den kommenden Sommer-Urlaub hat durchblicker.at die fünf wichtigsten Handy-Tipps zusammengefasst:

1. Achtung bei Roaming-Paketen. Was schon für die heimischen Handy-Tarife gilt, gilt erst recht für die Roaming-Tarife. Sie sind praktisch undurchschaubar geworden. Pakete gibt es von all inclusive bis nur Telefonie oder nur Daten. Fix ist: Wer seinen Roaming-Verbrauch kennt, kommt mit einem Paket günstiger. Für die angenommene Durchschnittsnutzung von 100 Gesprächsminuten (aktiv und passiv), 20 SMS und 50 Megabyte zahlt man beim günstigsten Paket-Angebot aktuell 18,80 Euro. Bei Anwendung der EU-Roaming-Tarife würde derselbe Kunde 27,84 Euro bezahlen, also fast 50 Prozent mehr. Selbst wer sein Paket nicht voll ausschöpft, kommt damit also immer noch günstiger. Aber: Nach Verbrauch der bestellten Verbrauchsmengen können die Anbieter verrechnen, was sie möchten. Die EU-Roaming-Tarifvorgaben gelten dann nicht mehr, einzig das Kostenlimit von 60 Euro bei Datenroaming bleibt.

2. Behalten Sie Ihren Verbrauch im Auge. Wer sich für einen Paket-Tarif entscheidet, sollte seinen tatsächlichen Minuten- oder Datenverbrauch immer im Auge behalten und dabei bedenken, dass die tatsächlichen Roaming-Verbrauchsdaten meist erst mit mehrtägiger Verspätung im Kunden-Menü aufscheinen. Deshalb empfiehlt es sich, den eigenen Datenzähler in den Handy-Einstellungen oder Datenzähler-Apps (z.B. „3G Watchdog“, „DroidStats“ oder „DataMan Free“) zu nutzen und das Paket bei Bedarf rechtzeitig aufzustocken. Die meisten Mobilfunker bieten dafür Refill-Pakete oder ein Upgrade ins nächstgrößere Paket an. Wahre Datenfresser sind übrigens oft Navigations-Apps. Selbst in Google-Maps kann man deshalb schon vorab eine begrenzte Zahl von Karten vorab speichern.

3. Vorsicht bei Reisen in Länder außerhalb der EU, etwa in die Schweiz, in die Türkei oder nach Norwegen. Dort gelten die EU-Tarife nicht. Verglichen mit den in der EU vorgeschriebenen Maximaltarifen zahlt man in diesen Ländern womöglich das 20-fache und mehr. Zumindest in den Paketen sind Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island aber enthalten. Unbedingt deaktivieren sollte man im EU-Ausland seine Rufumleitung zur Sprachbox. Denn während die EU Roaming-Zusatzkosten für die Weiterleitung zur Sprachbox untersagt hat, fallen außerhalb der EU, während die Sprachnachricht aufgezeichnet wird, sogar doppelte Gesprächsgebühren (aktiv und passiv) an.

4. WLAN oder lokale Wertkarten sind günstiger. Das gilt vor allem für die Datennutzung. Aber auch hier sollte man nicht nur darauf achten, dass das Handy für andere Anbieter entsperrt ist, sondern sich auch vor der Abreise im Internet nach dem passenden Angebot umsehen. Denn viele Wertkarten-Angebote bieten zwar günstige Auslands-Telefon-Tarife aber hohe Datenpreise oder umgekehrt attraktive Datenpakete und sind dann jedoch fürs Auslands-Telefonieren ungeeignet. Und auch das WLAN-Netz ist selbst in manchen teuren Hotels noch immer nicht gratis.

5. Last but not least. Handy-Tarife mit monatlich fix inkludierten EU-Roaming-Paketen zahlen sich nur bei jenen Kunden aus, die auch im Inland ein größeres Tarifpaket in Anspruch nehmen oder sich regelmäßig im EU-Ausland aufhalten. Die günstigen Monats-Tarife mit inkludiertem EU-Roaming sind derzeit ab effektiv knapp 30 Euro erhältlich. Ein vergleichbarer reiner Inlands-Tarif mit Zusatzpaket-Optionen ist bereits ab effektiv 10 Euro erhältlich. Wer also nur sporadisch verreist, kommt damit deutlich günstiger. Ein aktueller und individueller Online-Tarifvergleich ist anonym und kostenlos abrufbar unter https://durchblicker.at/mobilfunk.

Über durchblicker.at

durchblicker.at ist das größte unabhängige Online-Tarifvergleichsportal in Österreich. Aktuell betreibt durchblicker.at 20 Tarifvergleiche für Telekommunikation, Versicherungen, Strom und Gas, sowie traditionelle Finanzprodukte wie Bauspar-, und Sparzinsen. Private Haushalte sparen sich durch einen Anbieterwechsel in diesen Bereichen bis zu 1.500 Euro jährlich. Partner von durchblicker.at sind die Arbeiterkammer Oberösterreich, der ARBÖ und Global 2000.

Mit den bedienungsfreundlichen Vergleichsrechnern können Konsumentinnen und Konsumenten anonym und kostenfrei den Tarifdschungel selbst durchforsten und so ganz einfach aus den Angeboten jene mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis auswählen. Bei Bedarf bietet durchblicker.at auch kostenlose Beratung und unterstützt beim Wechsel zu einem günstigeren Anbieter. Aktuell beschäftigt das Start-up mit Sitz in Wien 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Weitere Informationen unter www.durchblicker.at

Rückfragehinweis:

Mag. Reinhold Baudisch, MBA

Geschäftsführer durchblicker.at
Tel.: +43 1 3060900-221
Mobil: +43 699 17180604
Email: r.baudisch@durchblicker.at


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