trend.at – Kosten von Girokonten: Über 250 Euro Preisunterschied

Verfasst am 17.08.2016




Bei Gehalts- und Girokonten zahlt sich der Vergleich aus, denn je nach Nutzung schwanken die Jahresgebühren und -erträge zwischen -188,53 und +63,55 Euro. Wer das Konto an das eigene Nutzungsverhalten anpasst, kann sich also über 250 Euro pro Jahr sparen.

Vor kurzem hat die US-Firma Euronet Gebühren für jede Behebung am Bankomat eingeführt – als erster Geldautomat-Anbieter am heimischen Markt. Doch unerwünschte Gebühren verstecken sich nicht nur bei Barabhebungen an einzelnen Automaten, sondern auch in den normalen Gehalts- und Girokonten. Ein genauer Blick auf die einzelnen Tarife zeigt, dass die Jahresgebühren oder -erträge je nach Nutzung zwischen -188,53 und +63,55 Euro schwanken können und eine gratis Kontoführung nicht automatisch bedeutet, dass keine Zusatzkosten anfallen. So können Leistungen wie Bankomat oder SB-Zone Einzelgebühren verursachen.

„Die Gebühren, die ein Konto verursacht, ergeben sich nicht nur aus den Kontoführungsgebühren, sondern aus sämtlichen Leistungen eines Kontos: Darunter fallen Transaktionen wie Überweisungen und Barabhebungen ebenso wie Gebühren für Kontoüberziehung oder die Möglichkeit eines Filialbesuches“, so Reinhold Baudisch, Geschäftsführer von Österreichs Vergleichsportal durchblicker.at: „Wir empfehlen deshalb, vor Abschließen eines Kontovertrages das eigene Nutzungsverhalten zu analysieren, mehrere Angebote zu vergleichen und genau hinzusehen, was in der Kontoführung inkludiert ist und wofür eventuelle Zusatzkosten anfallen können.“

GIRO- UND GEHALTSKONTEN IM VERGLEICH

Die Kosten eines Girokontos hängen einerseits vom Nutzungsverhalten und den damit anfallenden Gebühren ab, andererseits wirken sich die Höhe der Eingänge und Überziehungsgewohnheiten auf die Jahreskosten aus. Die Experten des Vergleichsportals durchblicker.at haben vier Nutzertypen und 20 Kontopakete im Detail angesehen und verglichen. Zur Vergleichbarkeit wurde jeweils ein monatlicher Geldeingang von 1.500 Euro bei einer maximalen Überziehung von 500 Euro angenommen.

1. Wenig-Nutzer nur Online

Im ersten Fall geht es um Kunden, die ihr Konto wenig und ausschließlich online nutzen (121 Transaktionen pro Jahr/ rd. 10 pro Monat). Die Kosten liegen in diesem Fall je nach Produkt zwischen 11,45 und 166,45 Euro pro Jahr. Wenn man den Bonus, den manche Produkte für das erste Jahr beinhalten, miteinbezieht, liegt die Spanne der Kosten bzw. Erträge zwischen -127,75 und +63,55 Euro. Die Kontoführungsgebühren schwanken zwischen 0 und 12,90 Euro pro Monat. Die Barabhebung am Geldautomaten ist in vielen Fällen kostenlos, kann aber vereinzelt bis zu 0,39 Euro pro Behebung ausmachen. Auch Online-Überweisungen liegen zwischen 0 und 0,30 Euro pro Transaktion.

2. Wenig-Nutzer mit Filiale

Möchten Wenig-Nutzer zusätzlich auch die Möglichkeit einer Filiale in Anspruch nehmen, liegen die Kosten für ein Girokonto zwischen 11,45 und 185,30 Euro pro Jahr. Unterschiede ergeben sich auch hier im ersten Jahr durch einen möglichen Bonus: Die Kontokosten bzw. -erträge liegen zwischen -146,60 und +63,55 Euro. Die monatlichen Kontoführungsgebühren schwanken zwischen 1,99 und 12,90 Euro. Einige Produkte gibt es mit kostengünstiger bis hin zu kostenloser Kontoführung, allerdings auch nur mit (sehr) eingeschränktem Filialnutzungsangebot (Online-Banken).

3. Viel-Nutzer nur Online

Wer sein Konto stark und ausschließlich online nutzt (366 Transaktionen pro Jahr/ rd. 31 pro Monat), muss mit Kosten zwischen 11,45 und 177,82 Euro rechnen. Inklusive Bonus für das erste Jahr fallen Kosten von 177,82 bzw. sogar Erträge bis 63,55 Euro an. Die monatlichen Kontoführungsgebühren schwanken zwischen 0 und 12,90 Euro. Die Barabhebung am Geldautomaten ist bei den meisten Produkten kostenlos, kann aber vereinzelt bis zu 0,39 Euro pro Behebung ausmachen. Auch Online-Überweisungen sind bei der Mehrheit der Tarife kostenlos, können aber bei manchen in manchen Fällen auf bis zu 0,30 Euro pro Transaktion kommen.

4. Viel-Nutzer mit Filiale

Möchten Viel-Nutzer zusätzlich auch die Möglichkeit einer Filiale in Anspruch nehmen, liegen die Kosten zwischen 11,45 und 188,53 Euro pro Jahr. Inklusive möglichem Bonus für das erste Jahr liegt der Unterschied bei Kosten von 182,26 bis zu Erträgen von 63,55 Euro. Die Kontoführungsgebühren schwanken zwischen 4,90 und 12,90 Euro pro Monat. Einige Produkte gibt es mit kostengünstiger bis hin zu kostenloser Kontoführung, allerdings auch nur mit (sehr) eingeschränktem Filialnutzungsangebot.

INDIVIDUELLE KONTOAKTIVITÄTEN ENTSCHEIDEND

Die vier Vergleiche zeigen, dass die Schwankungsbreite bei den Jahresgebühren für Giro- und Gehaltskonten beträchtlich ist und die meisten Konten in der Realität Kosten verursachen, auch dann, wenn die eigentliche Kontoführung kostenlos ist.

„Wichtig ist es, sich zu überlegen, welcher Nutzertyp man ist: Wie viele Daueraufträge und Lastschriften habe ich im Monat, wie oft behebe ich Geld am Automaten und wie oft zahle ich mit Karte? Brauche ich zusätzlich eine Kreditkarte und wenn ja, fallen dafür Extrakosten an," sagt Baudisch: durchblicker.at empfiehlt außerdem, den maximalen Saldo bzw. Überziehungsrahmen zu überprüfen – bei manchen Banken entfällt beispielsweise die Kontoführungsgebühr, wenn man über einen gewissen Zeitraum über einen bestimmten Betrag im Plus ist. Auch die Frage nach der Filialnutzung sollte man sich stellen und die Bank entsprechend auswählen, denn nicht alle Anbieter haben flächendeckend Standorte in ganz Österreich. Außerdem fallen für Transaktionen in der Filiale häufig höhere Gebühren an als für Online-Transaktionen.


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