wienerzeitung.at – Schon die Kleinen bekommen Taschengeld

Verfasst am 25.10.2017




Den Eltern ist es wichtig, dass ihre Kinder sparen, der Weltspartag ist aber kein Pflichtprogramm mehr.

"Wir streichen dir das Taschengeld, wenn deine Noten sich nicht bald bessern!" Eltern greifen in der Kindererziehung gern zu unlauteren Methoden. Das Taschengeld als Druck- oder Sanktionsmittel zu verwenden, sollte jedoch nicht sein, denn die regelmäßigen finanziellen Zuwendungen dienen dazu, den verantwortungsvollen Umgang mit Geld und die Verwaltung eines planbaren Budgets zu lernen.

Hierzulande erhalten drei Viertel aller Kinder und Jugendlichen Taschengeld, und zwar im Schnitt 26,70 Euro im Monat. Sie können in der Mehrzahl der Fälle auch selbst entscheiden, wofür sie es ausgeben. Bei Volksschülern sind es 70 Prozent, unter den 10-14-Jährigen bekommen bereits 94 Prozent Geld von ihren Eltern. Das hat eine Online-Umfrage des Tarifvergleichsportals durchblicker.at unter mehr als 1000 Kundinnen und Kunden mit Kindern ergeben.

Die Höhe des Taschengeldes hängt wenig überraschend in erster Linie vom Alter der Kinder ab: Bei den unter 5-Jährigen bekommen immerhin schon 38 Prozent durchschnittlich rund 7 Euro Taschengeld pro Monat, unter den 5-9-Jährigen können bereits 70 Prozent im Schnitt über rund 10 Euro pro Monat verfügen. In der Altersgruppe zwischen 10 und 14 Jahren erhalten bereits 94 Prozent durchschnittlich 26 Euro pro Monat, 92 Prozent der Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren bekommen von ihren Eltern im Schnitt rund 74 Euro pro Monat.

Kleidung, Bücher, Spiele, Kino

Obwohl die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen einen Teil ihres Geldes spart, sehen nur 3 von 10 Eltern den Weltspartag als Pflichtprogramm. Jene mit Kindern unter 10 Jahren sind dabei deutlich affiner (34 Prozent) als jene mit Kindern zwischen 10 und 18 Jahren (21 Prozent). Rund ein Drittel geht mit den Kindern zur Bank, wenn es sich ergibt oder wenn genügend Zeit ist. Ein gutes Viertel der Eltern hält den Weltspartag für unwichtig (23 Prozent mit Kindern unter 10 Jahren, 36 Prozent mit Kindern zwischen 10 und 18 Jahren).

Während rund 41 Prozent der Eltern angeben, dass ihre Kinder vollkommen eigenständig über die Verwendung des Taschengelds entscheiden, machen rund 33 Prozent zumindest Vorschläge. Bei einem guten Viertel gibt es einzelne Bereiche, wofür die Kinder das Taschengeld nicht ausgeben dürfen.

Hoch im Kurs steht jedenfalls das Sparen: Laut ihren Eltern sparen 7 von 10 Kindern und Jugendlichen zumindest einen Teil ihres Taschengeldes, etwa zwei Drittel geben es für materielle Einkäufe wie Kleidung, Spiele, Bücher oder technische Geräte aus. Rund 37 Prozent nutzen das Taschengeld für Freizeitaktivitäten wie Kino, Diskotheken, Bowling oder Indoor-Spielplätze, knapp ein Drittel für Essen und Trinken. Virtuelle Einkäufe wie Apps, Online-Games oder eBooks werden von rund 21 Prozent getätigt.

Neun von zehn Eltern sparen bereits für ihre Kinder beziehungsweise legen Geld für diese an: Am populärsten ist dabei der Bausparvertrag (63 Prozent), gefolgt vom klassischen Sparbuch (46 Prozent). Danach folgen mit deutlichem Abstand Online-Sparkonto (17 Prozent) und Lebensversicherung (15 Prozent).

Vorsorge für die Kinder mit kaum Ertrag

Fast alle Eltern halten es für wichtig, dass ihre Kinder selbst sparen. "Bei den aktuellen Sparzinsen nahe dem absoluten Nullpunkt ist es aber kaum verwunderlich, dass sogar Sumsi und Sparefroh Schwierigkeiten haben, Menschen in die Filialen zu locken", sagt Reinhold Baudisch, Geschäftsführer von durchblicker.at. Die große Mehrheit der Eltern habe es heute schwer, für die Vorsorge ihrer Sprösslinge am Markt noch Angebote zu finden, die wenigstens den inflationsbedingten Wertverlust ausgleichen, ohne in riskantere Anlageklassen einsteigen zu müssen.

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