Kurier – Die Sparklassiker

Verfasst am 21.11.2016




Klassiker. Wo man auch mit Sparbuch & Co. mehr aus seinem Geld machen kann

Drücken wir es in Zahlen aus: 230 Milliarden Euro haben die Österreicher laut OENB auf ihren Sparbüchern gebunkert. 20,5 Milliarden Euro liegen auf den heimischen Bausparkonten. Der Österreicher ist traditionell risikoscheu, wenn es um die Geldanlage geht, daran ändert auch das eher bescheidene Zinsniveau nichts.

Sparbuch

Trotz der gefühlten Sicherheit gilt: Wer sein Geld auf dem Sparbuch deponiert, akzeptiert eine schleichende Wertminderung. Das Zinsniveau, das von den heimischen Großbanken geboten wird, liegt derzeit meist zwischen 0,01 bzw. 0,125 Prozent, und das bei einer Inflationsrate von 0,9 Prozent. Dazu darf man den Abzug der Kapitalertragsteuer von 25 Prozent nicht vergessen. Das frisst nicht nur die Zinsen, sondern auch gleich einen Teil der Spareinlage. "Selbst bei Online-Direktbanken gibt es für täglich fällige Sparbücher derzeit nur 0,8 Prozent Zinsen. Nach Abzug der KESt beträgt die Effektivverzinsung magere 0,6 Prozent", warnt Reinhold Baudisch vom Vergleichsportal durchblicker.at.

Doch nicht erst seit der Senkung des Leitzinses auf null durch die EZB sind die realen Zinsen negativ. Betrachtet man die Entwicklung der Realzinsen ab 1960, zeigt sich, dass es auch in der Vergangenheit immer wieder zu negativen Realzinsen gekommen ist. Denn auch wenn die Sparbuchzinsen 1974 bei heute unvorstellbaren 5,5 Prozent lagen, so lag die Inflationsrate damals bei 9,56 Prozent.

Soll man überhaupt noch ein Sparbuch abschließen? "Es ist wichtiger geworden, sich zu überlegen, wie viel Geld man in nächster Zeit benötigen wird und wie viel man für die Zukunft ansparen will. Für den Notgroschen muss das Geld auch kurzfristig zur Verfügung stehen. Hier bietet sich dann doch die klassische Sparvariante an", so Wolfgang Viehauser, Privatkunden-Vorstand HYPO NOE Gruppe. In der Regel sollten drei Monatsgehälter für Notfälle zur Verfügung stehen. Damit wären wir bei der berühmten Waschmaschine, die ihren Geist aufgibt.

Bausparer

Und was spricht für einen Bausparvertrag? Dazu Peter Zechner von der start:Bausparkasse: "Ein Bausparvertrag ist ein kombinierter Vertrag mit Anspar- und Darlehensmerkmalen, der sich jahrzehntelang als finanzielles Fundament zur Umsetzung von Wohnideen bewährt hat. An diesem Vorsorgecharakter hat sich bis heute nichts geändert. Wobei der Spargedanke bei unseren Kunden anteilsmäßig überwiegt". Und weiter: "Ansparkunden schätzen es, über einen Zeitraum von sechs Jahren unkompliziert - meist monatlich - Beträge einzuzahlen, um nach Ablauf der Sparzeit über eine beachtliche Summe zu verfügen. Zudem erwerben Bausparkunden nach Ablauf der Sparphase den Anspruch auf ein zinssicheres Bauspardarlehen, bei dem eine Zinssatzobergrenze von sechs Prozent p. a. vor einem Zinsanstieg über diese Marke hinaus schützt". Beim Abschluss ist es jedoch wichtig, darauf zu achten, eine auf die finanziellen Verhältnisse abgestimmte, fixe monatliche Sparrate, meist zwischen 40 und 100 Euro, zu wählen. Aktuell kann man jährlich bis zu 1200 Euro prämienwirksam sparen, die Bausparprämie liegt derzeit bei 1,5 Prozent der Bauspareinlage, weshalb die Bausparprämie jährlich bis zu 18 Euro pro Person betragen kann.

"Ein Bausparer hat eine effektive Verzinsung von bis zu 1,1 Prozent p. a., das ist im Vergleich zum Sparbuch der Filialbank immerhin etwas", so Baudisch. "Im Bausparvergleich auf durchblicker.at prüfen wir stets die aktuellen Tarife der Bausparkassen am Markt und man kann sich so jederzeit einen Überblick über den Markt verschaffen. Die Konditionen unterscheiden sich doch im Hinblick auf den Auszahlungsbetrag und teilweise gibt es bei Online-Abschluss auch einen Online-Bonus", rät Baudisch.

Raten- oder Einmalzahlung?

Das Bausparguthaben ist am Ende der Sparphase natürlich höher, wenn man sich dazu entschließt, die Sparleistung einmalig am Beginn der Sparphase zu erbringen. "Es ist immer abhängig vom persönlichen Kundenmotiv, das hinter dem Abschluss eines Bausparvertrages steht. Die überwiegende Mehrzahl unserer Kunden schätzt es, monatliche, für sie leistbare Beträge auf ihren Bausparvertrag einzuzahlen, um dann nach Ablauf der Ansparphase über ein kleines Vermögen zu verfügen", erklärt Zechner.

Quelle: "Kurier" vom 14.11.2016 Seite: 5 Ressort: Extra

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