Heizkostenzuschuss beantragen: Alle Bundesländer im Überblick

Verfasst am 15.01.2018


Mit den niedrigen Temperaturen im Winter und Herbst steigen die Heizkosten oft schneller als erwünscht. Für einkommensschwache Haushalte stellen die Bundesländer daher eine unterstützende Einmalzahlung bereit – den Heizkostenzuschuss. Aber wie viel ist drin und wer kann ihn beantragen? Wir geben den Überblick für alle Bundesländer und verraten, was Sie wissen sollten.

Heizkostenzuschuss
Foto: Africa Studio/shutterstock.com

Das erfahren Sie hier:

Wie viel Heizkostenzuschuss kann ich bekommen?

Beim Heizkostenzuschuss handelt es sich um eine einmalige Unterstützungsleistung bei sozialer Bedürftigkeit oder Bezug der Mindestsicherung. Sie hängt vom jeweiligen Bundesland ab, in dem sie beantragt wird und variiert stark – von 110 Euro (Kärnten) bis zu 270 Euro (Vorarlberg). In Wien werden Heizkostenzuschüsse ausschließlich als Teil der Mindestsicherung und in Einzelfällen über die Energiekostenunterstützung gewährt.

Wer kann den Heizkostenzuschuss beantragen?

Antragsteller müssen ab einem festgesetzten Stichtag im jeweiligen Bundesland als Hauptwohnsitz gemeldet sein. Wer einen Heizkostenzuschuss in Anspruch nehmen will, darf jedenfalls bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten. Die Grenzen variieren je nach Bundesland, ebenso welche Leistungen (wie beispielswiese Ausgleichszulage, Kinderbetreuungsgeld, Studienbeihilfen) neben Löhnen und Gehältern zum Einkommen zählen. Ebenso unterschiedlich ist es, ob Brutto- oder Nettobeträge gelten.

Wichtig: Meistens gilt für die Antragstellung ein Stichtag, das heißt, dass frisch Zugezogene mitunter keinen Anspruch auf die Unterstützungszahlung haben. Auf den Heizkostenzuschuss besteht aber auch während der Frist kein Rechtsanspruch! Die Förderung wird jeweils aus einem von den Ländern festgelegten Topf ausbezahlt. Sobald dieser komplett ausgeschöpft ist, werden keine weiteren Zuschüsse für die laufende Heizperiode vergeben. Je früher Sie also beantragen, desto größer ist die Chance auf die Unterstützungsleistung.

Wo beantrage ich den Zuschuss und welche Unterlagen benötige ich?

Grundsätzlich gilt, dass man den Heizkostenzuschuss im Gemeindeamt jenes Ortes beantragen darf, in dem der eigene Hauptwohnsitz gemeldet ist. Der Antrag kann oft auch online gestellt werden. In Niederösterreich ist es auch auf den zuständigen Bezirkshauptmannschaften sowie der Abteilung „Allgemeine Förderung und Stiftungsverwaltung“ der Landesregierung möglich.

Bei der Antragstellung zum Heizkostenzuschuss sind in jedem Fall Einkommensnachweise zu erbringen. Mitunter werden auch Nachweise zu den Heizkosten in der laufenden Heizperiode gefordert.

Das sollten Sie in Ihrem Bundesland zusätzlich beachten

Wien

In der Bundeshauptstadt gibt es keine eigene Form des Heizkostenzuschusses, da die Stadt einkommensschwachen Haushalten über die Mindestsicherung unter die Arme greift. Darin sind Aufwandsunterstützungen für Heizen und Strom enthalten. Seit 2013 gibt es jedoch die Wiener Energieunterstützung des Sozialmagistrats MA 40. In den Wiener Sozialzentren kann im Fall einer finanziell angespannten Situation und unerwartet hohen Energiekosten nach einer Bedarfsprüfung Hilfe bei Energiekostenrückständen in Anspruch genommen werden. Auch Beratungsleistungen zur Senkung von Strom- und Gaskosten werden angeboten.

Niederösterreich

Sozialbedürftige Bürger können mit einem Zuschuss von 135 Euro rechnen. Der dazugehörige Antrag muss bis spätestens 30. März 2018 mit allen dazugehörigen Formularen eingereicht werden. Die Höchstgrenzen für den niederösterreichischen Heizkostenzuschuss richten sich nach der Art des Einkommensbezugs.

Als Einkommensgrenzen gelten folgende Brutto-Monatseinkommen:
Für Leistungsbezieher nach dem ASVG oder von Kinderbetreuungsgeld gelten höhere Grenzen, da diese nur 12 mal jährlich ausbezahlt werden:
In Niederösterreich müssen Sie als Antragsteller österreichischer Staatsbürger, EWR-Bürger oder deren Familienangehöriger oder anerkannter Flüchtling sein. Mindestsicherungsbezieher sowie Asylwerber, die sich in der Grundversorgung befinden, sind vom Bezug des Heizkostenzuschusses ausgeschlossen.

Oberösterreich

152 Euro können sich Bürger beim oberösterreichischen Heizkostenzuschuss einmalig ausbezahlen lassen. Dementsprechende Anträge müssen bis zum 13. April 2018 eingereicht werden. Es gelten folgende Netto-Einkommensgrenzen:
Alimente und Waisenpensionen zählen nicht zum Einkommen. Auch Familienbeihilfe inklusive Kinderabsetzbetrag, Stipendien, Pflegegeld, Wohnbeihilfe und Ähnliches werden in Oberösterreich nicht angerechnet.

Wer nicht für seine eigenen Heizkosten aufkommt, die Heizkosten anderer übernimmt (zum Beispiel Übernahmevertrag) oder seinen Brennstoffbedarf aus eigenen Energiequellen bezieht, kann die Unterstützung nicht in Anspruch nehmen. Mindestsicherungsbezieher und Asylwerber in der Grundversorgung können den Zuschuss ebenso nicht beantragen.

Burgenland

Wer laut ASVG und burgenländischem Mindestsicherungsgesetz als bedürftig gilt, kann bis zum 28. Februar 2018 den burgenländischen Heizkostenzuschuss in Höhe von 150 Euro beantragen. Voraussetzung ist, dass gewisse Netto-Einkommensgrenzen nicht überschritten werden:
Wichtig ist, dass Antragsteller zum Stichtag des 15. Novembers 2017 bereits in einer burgenländischen Gemeinde mit Hauptwohnsitz gemeldet sind.

Steiermark

Der Heizkostenzuschuss für 2017/2018 kann leider nicht mehr beantragt werden. Für die Heizperiode 2018/2019 beginnt die Förderaktion im September 2018.

Kärnten

Der Kärntner Heizkostenzuschuss kann bis zum 26. Februar 2018 beantragt werden und ist zweigeteilt. Der „kleine“ Zuschuss macht 110 Euro aus, der „große“ Zuschuss bringt 180 Euro.

Für den „kleinen“ Zuschuss gelten folgende Netto-Richtgrenzen:
Für den „großen“ Zuschuss gilt hingegen:
Anträge können lediglich am jeweiligen Wohnsitzgemeindeamt gestellt werden, dort werden sie auch geprüft.

Salzburg

Die Mehrbelastung durch das Heizen wird beim Salzburger Heizkostenzuschuss mit einmaligen 150 Euro unterstützt. Beantragen können dies bis zum 31.Mai 2018 alle Bürger, die ihren Hauptwohnsitz in Salzburg haben und deren Nettoeinkommen folgende Grenzen nicht überschreitet:
In besonderen Fällen kann der Zuschuss durch eine Härteklausel auch gewährt werden, wenn die Mindestgrenzen um nicht mehr als 15 Euro pro im Haushalt lebender Person überschritten werden. Asylwerber in der Grundversorgung sind vom Heizkostenzuschuss ausgenommen.

Tirol

Der Heizkostenzuschuss für 2017/2018 kann leider nicht mehr beantragt werden. Für die Heizperiode 2018/2019 startet die Förderaktion im Juli 2018.

Vorarlberg

Mit 270 Euro ist der Vorarlberger Heizkostenzuschuss der großzügigste in ganz Österreich. Bis zum 16. Februar 2018 kann er am jeweiligen Gemeindeamt des Hauptwohnsitzes beantragt werden. Dafür gelten folgende Netto-Einkommensgrenzen:
Asylwerber, die sich in der Grundversorgung oder in Wohneinrichtungen der freien Wohlfahrt befinden, sind vom Heizkostenzuschuss ausgeschlossen.

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