Sturmschäden: Was ist zu beachten und wann zahlt die Versicherung?

Verfasst am 25.01.2018


Der letzte schwere Sturm fegte im Oktober 2017 mit Windspitzen von bis zu 180 km/h über Österreich. Laut Prognosen nimmt die Zahl heftiger Stürme bereits seit Jahren stetig zu. Allein die Stürme „Kyrill“, „Paula“ und „Emma“, verursachten 2007 und 2008 hierzulande Gesamtschäden im dreistelligen Millionenbereich. Wie Sie sich finanziell vor Sturmschäden schützen können, verraten wir Ihnen hier.

Sturmschäden
Foto: Carlos Amarillo/shutterstock.com

Entwurzelte Bäume, abgedeckte Dächer und umstürzende Masten sind keine Seltenheit. Eine Sturmversicherung schützt Sie hierbei vor der verheerenden Kraft von Windböen. Was sie abdeckt und worauf Sie achten sollten, erfahren Sie in unserem Überblick.

Was deckt die Versicherung in der Regel?

Ein Wetterereignis zählt dann als Sturm, wenn Windgeschwindigkeiten von mehr als 60 km/h (in etwa Stufe 8 auf der Beaufortskala) vorliegen. Ausschlaggebend für die Klassifizierung ist hierbei die Einschätzung der ZAMG.

Die Versicherungsumfänge hängen vom Anbieter und dem jeweiligen Angebot ab. Im Prinzip beinhaltet der Versicherungsbereich „Sturm“ Schäden und Folgeschäden wie jene durch: Folgeschäden entstehen meist durch Niederschläge oder Schmelzwasser, die in ein durch einen Sturm beschädigtes Haus oder eine Wohnung dringen.

Was ist womöglich NICHT versichert?

Auch hier gilt: Was nicht abgedeckt ist, hängt vom Versicherer ab. In der Regel gibt es aber eine Reihe an Ereignissen, die auch als unvermeidbare Folge eines Schadensereignisses nicht oder nur zu einem geringen Teil gedeckt sind:

Was gilt es bei Sturmschäden am und im Haus zu beachten?

Was, wenn ein Sturm das Dach abdeckt, den Schornstein umreißt oder ein abgebrochener Ast oder ein Baum gegen die Fassade stürzen? Schäden am Eigenheim werden durch die sogenannte Sturmschadensversicherung abgedeckt, die einen Teil der Eigenheimversicherung oder Gebäudeversicherung darstellt. In diesen Fällen zahlt die Versicherung.


Bei Schäden, die in weiterer Folge am Hausrat oder Wohnungsinhalt auftreten, ist die Haushaltsversicherung zuständig. Das können beispielsweise Wasserschäden sein, wenn es durch ein abgedecktes oder beschädigtes Dach ins Haus oder in die Wohnung regnet. Abgedeckt sind auch Schäden an Objekten, die im Freien stehen, wie Sonnenschirme oder Gartenmöbel. Fenster sind übrigens ein Sonderfall – hier greift grundsätzlich die Haushaltsversicherung.

In welchem Umfang Sturmschäden abgedeckt werden und wie hoch der Selbstbehalt ausfällt, ist hierbei von Anbieter zu Anbieter verschieden. Verglasungen oder Kunststoffverglasungen aller Art, beispielsweise Solaranlagen oder Glasdächer, sind meistens nicht automatisch mitversichert!

Wie sind Sturmschäden am Fahrzeug zu versichern?

Gleich vorweg: Wer nur haftpflichtversichert ist, bleibt auf den Kosten für Sturmschäden am eigenen Fahrzeug sitzen. Denn beispielsweise Schäden durch umfallende Bäume gelten als „höhere Gewalt“ – egal, ob sie parkende, haltende oder fahrende Autos betreffen. Die eigene Autoversicherung sollte zumindest Teil- oder Vollkasko sein, damit Sturmschäden erstattet werden. Wie viel die Versicherung deckt und ob eventuell ein Selbstbehalt von der Schadenssumme abgezogen wird, hängt vom jeweiligen Anbieter und dem abgeschlossenen Angebot ab.

Oft lohnt es sich auch, „grobe Fahrlässigkeit“ zusätzlich versichern zu lassen, denn diese liegt beispielsweise vor, wenn ein Auto trotz Sturmwarnung unter einem windschiefen Dach oder einem morschen Baum geparkt wird und in weiterer Folge ein Schaden entsteht.

Morscher Baum und baufälliges Haus: Wer haftet?

Oft kann es vorkommen, dass im Zuge eines Sturms beispielsweise ein morscher Baum gegen eine Fassade kracht oder Dachschindel eines baufälligen Hauses auf ein parkendes Auto fallen. In diesen Fällen kommt mitunter die Haftungsfrage ins Spiel. Denn sobald nachgewiesen werden kann, dass Gebäude bereits vor dem Sturm baufällig, bzw. Bäume zuvor morsch waren, haftet der Eigentümer entweder selbst oder durch seine Versicherung. Hierbei muss aber der Geschädigte den Beweis erbringen, dass die Besitzer ihre Erhaltungspflichten verletzt haben.

Schadensfall – und jetzt?

Wichtig ist es, die Schäden so gut wie möglich zu dokumentieren. Das erleichtert es der Versicherung, die Schadenssumme zu berechnen und hilft Ihnen ebenso, die Sturmschäden auch nach einer Reparatur nachvollziehbar und Ihre Ansprüche geltend zu machen. Außerdem sollten Notreparaturen gleich selbst durchgeführt werden, um drohende Folgeschäden zu vermeiden. Die Kosten dafür werden ebenso von der Versicherung übernommen.

Wie finde ich eine passende Versicherung?

Im Online-Versicherungsvergleich können Sie verschiedene Versicherungsanbieter vergleichen und in den Tarifdetails der einzelnen Angebote genau sehen welche Gefahren mitversichert sind und welche Höchstgrenzen vorhanden sind. So finden Sie einfach eine passende Versicherung für Ihre Bedürfnisse!

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