Wohnbauförderung beantragen: Alle Bundesländer im Überblick

Verfasst am 02.05.2018


Egal ob Neubau, Hauskauf, Ausbau oder Sanierung: Der Traum vom eigenen Heim ist in der Regel mit hohen Kosten verbunden. Die Wohnbauförderung wurde von den Bundesländern als unterstützender Zuschuss oder als Darlehen ins Leben gerufen, um die Wohnraumfinanzierung zu erleichtern. Aber wie viel ist drin und wer kann sie beantragen? Wir geben den Überblick und verraten, was Sie wissen sollten.

Wohnbauförderung
Foto: Kaikoro/shutterstock.com

Das erfahren Sie hier:

Welche Arten der Wohnbauförderung gibt es?

Unter dem Begriff „Wohnbauförderung“ werden breit gefächerte Unterstützungsmaßnahmen für die Schaffung, den Kauf oder die Sanierung von Wohnraum zusammengefasst. Dabei kann es sich um Einmalzahlungen für einen Hausbau- oder Eigenheimkauf oder die Gewährung eines mehrjährigen Darlehens handeln. Auch eine Zuschusszahlung auf die Zinsen eines vom Antragssteller bereits aufgenommenen Darlehens, ein sogenannter Zinszuschuss, ist möglich.

Wie viel Wohnbauförderung kann ich bekommen?

Die Wohnbauförderung setzt sich aus verschiedenen Maßnahmen zusammen und variiert je nach Art und Bundesland stark. Sie kann beispielsweise Einmalzahlungen oder einen rückzahlbaren Kredit in Höhe von 38.000 Euro wie bei der Tiroler Neubauförderung betragen. Zuschüsse und Darlehen sowie die maximalen Förderbeträge orientieren sich oft auch an der Wohnungs- bzw. Häusergröße. So gewährt die Wiener Eigenheimförderung für den Eigenbedarf ein Landesdarlehen von 365 Euro pro Quadratmeter tatsächlicher Nutzfläche, wobei eine Obergrenze von 150 Quadratmetern herrscht.

Wer kann die Wohnbauförderung beantragen?

Die Wohnbauförderung ist nicht nur für Bauträger, sondern insbesondere für Privatpersonen. Diese müssen ab einem festgesetzten Stichtag im jeweiligen Bundesland als Hauptwohnsitz gemeldet sein. Antragsteller müssen österreichische Staatsbürger oder EU-Bürger sein. Außerdem gelten für die verschiedenen Fördermaßnahmen unterschiedliche Beschränkungen, welche je nach Leistung und Bundesland variieren. Hierbei kann es sich um Einkommensgrenzen handeln oder dass die Finanzierung des Eigenheims bereits gesichert sein muss. Ebenso unterschiedlich ist es, welche Kosten von der Berechnungsgrundlage abgezogen werden oder ob Brutto- oder Nettobeträge gelten.

Wo beantrage ich die Förderung und welche Unterlagen benötige ich?

Anträge zur Wohnbauförderung können online oder direkt bei den zuständigen Abteilungen der Landesregierungen bzw. in Wien bei der MA 50 gestellt werden. Darüber hinaus wird oft telefonische oder persönliche Beratung zu Wohnbaufragen angeboten.

Bei der Antragstellung zur Wohnbauförderung sind neben persönlichen Ausweisdokumenten wie Reisepass oder Personalausweis in jedem Fall Dokumente wie Einkommensnachweise sowie Darlehenszusagen von Kreditinstituten, Baubewilligungen, Grundbucheintragungen und Baupläne zu erbringen. Zusätzlich können auch weitere Unterlagen wie Energienachweise oder Finanzierungspläne verlangt werden. Das richtet sich nach Art der Förderung.

Diese Förderungen gibt es in den einzelnen Bundesländern

Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Förderinstrumente der einzelnen Bundesländer, insbesondere die Förderung der Errichtung eines Eigenheims für Privatpersonen.

Wien

In der Bundeshauptstadt steht Ihnen unter anderem die Beantragung eines Eigenmittelersatzdarlehens in Form eines einprozentigen Landesdarlehens, die Errichtung oder der Ausbau eines Dachgeschosses für den Eigenbedarf sowie die Übernahme einer bestehenden Förderung beim Verkauf eines geförderten Objekts zur Auswahl. Voraussetzung ist jedoch die Förderungswürdigkeit und ein bestehender dringender Wohnbedarf. Die Wohnbeihilfe unterstützt darüber hinaus bedürftige Bürger bei den Mietkosten.

Für die Förderung eines Eigenheimbaus bestehen für 2018 folgende Netto-Einkommensgrenzen:
Einkommensquellen wie Alimente, Arbeitslosengeld, Krankengeld oder Stipendien zählen übrigens zu den Einkommensgrenzen dazu. Gefördert wird im Rahmen eines Darlehens, das eine Höhe von 365 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche des geförderten Objekts nicht überschreitet, wobei maximal 150 Quadratmeter gefördert werden. Die Laufzeit beträgt 30 Jahre, nach 5 Jahren beginnen die Rückzahlungen. Die Zinsen steigen alle fünf Jahre von anfänglichen 0,5 Prozent im Halbjahr auf 3 Prozent im Halbjahr für die letzten fünf Jahre an.

Niederösterreich

Die niederösterreichische Wohnbauförderung setzt besonders auf energieeffizientes Bauen. Basierend auf einem 100-Punkte-Index werden mehr Fördergelder zugestanden, je energieeffizienter das Haus ist bzw. wird. Für jeden Punkt werden 300 Euro bewilligt, so lassen sich maximal 30.000 Euro an Förderung beantragen.

Interessant ist die Förderung eines Eigenheims in Passivbauweise. Diese beträgt 40.000 Euro, läuft 27,5 Jahre und ist mit einem Prozent jährlich im Nachhinein verzinst. Das Darlehen erhöht sich zusätzlich um 6.000 Euro, wenn eine Photovoltaikanlage eingebaut wird, in einem historisch gewachsenen Ortskern kommen nochmal 5.000 Euro hinzu.

Als Einkommensgrenzen gelten dafür folgende Netto-Monatseinkommen:
Bei einer Überschreitung der Obergrenze um bis zu 10 Prozent verringert sich die Förderung um 20 Prozent, bei einer Überschreitung um bis zu 20 Prozent verringert sie sich um die Hälfte. Das Darlehen ist außerdem grundbücherlich sicherzustellen. Beachten Sie hierbei jedenfalls die Belastungsgrenze.

Oberösterreich

Neben der Errichtung von Mietwohnungen und der Schenkung eines geförderten Objekts inklusive Übertragung der Förderung bietet die oberösterreichische Wohnbauförderung insbesondere Angebote für die Sanierung und den Neubau eines Eigenheims. Förderungen reichen von Darlehen über Zinszuschüsse bis hin zu einem einmaligen, nicht rückzahlbaren Zinszuschuss in Höhe von 6 Prozent eines geförderten Hypothekardarlehens. Je energieeffizienter das Haus, desto höher der Sockelbetrag des gewährten Darlehens:
Zusätzlich zu diesen Beträgen werden auch Steigerungsbeträge gewährt, beispielsweise 12.000 Euro an Förderbasis für jedes Kind oder zusätzliche 3.000 Euro für die barrierefreie Errichtung des Eigenheims. Wie in allen Bundesländern gelten auch in Oberösterreich bestimmte Einkommensgrenzen für die Förderwürdigkeit:
Das Haushaltseinkommen wird aus den Bruttoeinkünften abzüglich Werbungskosten und Lohnsteuer berechnet, entspricht also in etwa dem Nettoeinkommen. Die Förderung wird übrigens um 25 Prozent, 50 Prozent bzw. 75 Prozent reduziert, wenn die Einkommensgrenzen um höchstens 10 Prozent, 20 Prozent bzw. 30 Prozent überschritten werden.

Burgenland

Die burgenländische Wohnbauförderung richtet sich nach der Höhe der Nutzfläche und beträgt für Neubauten maximal 40.00 Euro. Voraussetzung ist, dass gewisse Netto-Einkommensgrenzen nicht überschritten werden:
Zusätzlich definiert das Burgenland ein Mindestnettoeinkommen, um eine Deckung der Darlehen zu gewährleisten. Dieses beträgt für eine Person 747 Euro monatlich bis hin zu 1.240 Euro im Monat für vier Personen und darüber.

Steiermark

Die Wohnbauförderung in der Steiermark bietet unter anderem Förderung für den Eigenheimbau, Geschosswohnungen oder verschiedene Arten von Sanierungen. Einpersonenhaushalte erhalten 10.00 Euro, Zweipersonenhaushalte 10.500 Euro und Jungfamilien erhalten 12.000 Euro. Jede weitere Person wird mit zusätzlich 500 Euro gefördert. Hierbei gelten folgende jährliche Netto-Einkommensgrenzen:
Bei Überschreitung dieser Grenzen um je 900 Euro, wird die Förderung um jeweils 20 Prozent verringert.

Darüber hinaus gibt es Sonderförderungen wie die Radonsanierung, um die Konzentration des radioaktiven Stoffes in Wohnräumen zu senken oder Unterstützungen von Sanierungsmaßnahmen zur Belebung von Ortskernen. Jungfamilien werden darüber hinaus bei der Hausstandsgründung mit Zinszuschüssen zu einem Bankdarlehen in der Höhe von 5 Prozent mit Laufzeiten von 5 oder 10 Jahren gefördert.

Kärnten

Die Wohnbauförderung in Kärnten konzentriert sich neben dem Bau von Eigentumswohnungen auf den Erwerb von Wohnungen, Sanierungsmaßnahmen und Mietzuschüsse. Die Eigenheim-Wohnbauförderung orientiert sich unter anderem an Nutzfläche und Energieeffizienz des Gebäudes. Für eine Inanspruchnahme der Förderung gelten folgende Netto-Familieneinkommen als Grenze:
Daneben gibt es auch weitere Förderboni, beispielsweise für Jungfamilien in Höhe von 10.000 Euro, 10.000 Euro für barrierefreie Baumaßnahmen, Boni für die Standortqualität (Infrastruktur, Nähe zu Nahversorgern, Freizeiteinrichtungen etc.) in Höhe von 5.000 Euro sowie Förderungen von 50 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche für Passivhäuser.

Salzburg

Neben Kaufförderung, Sanierung und Mietbeihilfe unterstützt die Salzburger Wohnbauförderung die Errichtung von Eigenheimen, Mietwohnungen sowie Wohnheimen. Es werden Einzel- und Doppelhäuser, Bauernhäuser, Austraghäuser, Gruppenhäuser sowie Zubauten gefördert. Beim Neubau wird ein einmaliger Zuschuss in Höhe von 280 Euro pro Quadratmeter als Grundfördersatz gewährt. Die Fördersätze werden ab 150 Quadratmeter Nutzfläche gekürzt, ab 216 Quadratmetern ist keine Förderung mehr möglich.

Wer als begünstigte Person gelten soll, darf folgende Netto-Jahreshaushaltseinkommen nicht überschreiten:
Ist die Beantragung einer Wohnbauförderung nicht möglich, kann alternativ um eine Energieförderung für Biomasse-Fernwärme, Pelletsheizungen, Scheitholz- und Hackgutheizungen, Wärmepumpen und Solaranlagen angesucht werden.

Tirol

Die Tiroler Wohnbauförderung unterstützt Eigenheimbau, Erwerb, Sanierungen und Wohnungsmiete. Die zulässige Nutzfläche für einen geförderten Wohnbau muss dabei zwischen 30 und 150 Quadratmetern pro Wohnung liegen. Neben akutem Wohnbedarf dürfen folgende Einkommensgrenzen für eine Förderung nicht überschritten werden.
Achtung! Bei den Obergrenzen handelt es sich um ein Zwölftel des Nettojahreseinkommens, zuzüglich Unterhaltszahlungen, Kinderbetreuungsgeld etc.

Vorarlberg

In Vorarlberg unterstützt die Wohnbauförderung private Neubauten mit Beträgen zwischen 300 und 800 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche. Dies geschieht über einen 35 Jahre laufenden Kredit mit 1,75 Prozent Verzinsung. Die dabei zu berücksichtigenden Einkommensgrenzen betreffen immer ein Zwölftel des Nettojahreseinkommens:
Bei Kindern unter 18 Jahren werden Erwerbs- bzw. Folgeeinkommen, AMS-Taggeld und Kinderbetreuungsgeld bis zu einer monatlichen Höhe von 800 Euro nicht berücksichtigt. Hinzu kommen weitere Zuschläge wie Kinderbonus, Einkommensbonus, barrierefreie Bauweise oder ein Energiesparbonus.

Eine Liste der Wohnbaubehörden der Bundesländer samt Möglichkeiten zur Antragstellung finden Sie gesammelt über das Behördenportal help.gv.at.

Mit Expertenberatung zur passenden Immobilienfinanzierung

Die Grundlage für die Inanspruchnahme der Wohnbaufinanzierung ist oft eine bereits sichergestellte Finanzierung Ihres Wohnprojekts. Das erfahrene Expertenteam von durchblicker.at hilft ihnen gerne dabei, eine passende Immobilienfinanzierung zur Verwirklichung Ihres Wohntraums zu finden! Lassen Sie sich kostenlos objektiv beraten – so erhalten Sie eine Immobilienfinanzierung zu Top-Konditionen, die auf Ihre speziellen Bedürfnisse maßgeschneidert ist.


Kommentare:

Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht.
Abschicken

Feedback
Jobs2