Trotz vermehrter Unwetter: Fast 85 % verzichten bei Eigenheimversicherung auf Naturkatastrophenschutz
04.08.2026
3 min
Hitze und Trockenheit, Starkregen, Hochwasser, Murenabgänge oder Hagelschäden - die Wetterextreme im Sommer häufen sich. Dennoch stellt das Tarifvergleichs- und Wechselportal durchblicker in einer aktuellen Datenanalyse fest, dass der erweiterte Naturkatastrophenschutz lediglich in 15,5 Prozent der Eigenheimversicherungsabfragen berücksichtigt wird. durchblicker warnt jedoch: Der Standardschutz deckt bei Unwetterschäden maximal 5.000 Euro ab, der erweiterte Schutz bis zu 225.000 Euro.
Sarah Schwarzer, Versicherungsexpertin bei durchblicker: "Das Bewusstsein für Unwetterschäden und außergewöhnliche Naturkatastrophen steigt, liegt aber immer noch auf niedrigem Niveau. Was viele nicht wissen: Schäden, die durch außergewöhnliche Naturkatastrophen verursacht werden, sind ohne erweiterten Schutz oft nicht ausreichend gedeckt. Dazu zählen etwa auch Starkregenereignisse, die zu lokalen Überflutungen in Kellern oder Wohnräumen führen können. In den vergangenen Jahren waren davon auch immer öfter Haushalte betroffen, die sich außerhalb sogenannter Risikozonen befinden.“
Erweiterter Schutz ab 23 Euro pro Monat
Wählt man den Standardschutz, deckt dieser nur bis zu 5.000 Euro der Schäden, die durch Naturgewalten wie Überflutungen entstehen. Beim erweiterten Schutz sind je nach Produkt und versichertem Objekt von 20.000 bis zu 225.000 Euro gedeckt. Die Kosten für den erweiterten Schutz bei außergewöhnlichen Naturkatastrophen belaufen sich im Mittel auf etwa 280 Euro pro Jahr, also umgerechnet knapp 23 Euro pro Monat. Vergleichen lohnt sich aber auch hier, denn die Aufpreise für das erweiterte Paket beginnen für ein übliches Einfamilienhaus zwischen 135 Euro und 377 Euro. Grundsätzlich gilt: Je höher die Deckungssumme, desto höher die Prämie. "Vor dem Hintergrund steigender Wetterextreme und Starkregenereignisse ist jeder Haushalt gut beraten, die individuellen Risiken fürs Eigenheim neu zu bewerten und die aktuelle Versicherung ggf. anzupassen oder zu wechseln", so Schwarzer. "Speziell ältere Polizzen sollten dahingehend regelmäßig überprüft werden.“
Haushaltsversicherung bietet Schutz für Mieterinnen und Mieter
Eine kombinierte Eigenheim- und Haushaltsversicherung deckt sowohl Schäden am Gebäude als auch an Einrichtungsgegenständen, Möbeln und Elektrogeräten ab. Mieter:innen in Risikogebieten, die hingegen nur eine Haushaltsversicherung abschließen, sollten ebenfalls einen erweiterten Naturkatastrophenschutz in Erwägung ziehen. Laut durchblicker-Daten ist die Abschlussrate mit 4,5 Prozent sehr niedrig. Die Kosten für ein erweitertes Paket liegen im Schnitt bei 70 Euro pro Jahr und decken im Schadensfall bis zu 40.000 Euro ab.
Wohnen in Hochwasser-Risikozonen
Mit der zunehmenden Beliebtheit von fernen und weniger etablierten Reisezielen steigt auch die Bedeutung eines passenden Versicherungsschutzes. Gerade bei Reisen außerhalb Europas können medizinische Behandlungen oder ein notwendiger Rücktransport hohe Kosten verursachen. Zudem verschärfen manche Destinationen die Anforderungen an Reisende: Thailand prüft aktuell die Einführung einer verpflichtenden Krankenversicherung für ausländische Gäste, während Japan verstärkt gegen ausstehende medizinische Rechnungen von Tourist:innen vorgeht und Betroffenen künftig die Einreise verwehren könnte.
„Selten ist die erstbeste Versicherung aber die beste Wahl“, weiß Schwarzer. „Wer vergleicht, kann je nach Anbieter und Leistungsumfang deutlich sparen – nicht nur bei Einzelversicherungen, sondern auch bei Jahrespolizzen. Diese lohnen sich oft schon ab zwei Reisen pro Jahr.“ Im Vergleich zu zwei Einzelversicherungen sparen Familien mit einem Jahresvertrag im Mittel 316 Ꞓ und Einzelreisende 50 Ꞓ. Neben Stornokosten decken umfassende Reiseversicherungen auch Gepäckverlust, Unfallkosten oder die Auslandskrankenversicherung ab. Gerade bei Reisen außerhalb der EU empfiehlt die Expertin, auf einen Versicherungsschutz zu setzen, der im Bedarfsfall auch Arzt- oder Spitalskosten übernimmt. Vorsicht ist jedenfalls bei Kreditkartenversicherungen geboten: Nicht jede Kreditkarte beinhaltet automatisch eine Reiseversicherung, die noch dazu für alle Mitreisenden gilt. Ein objektiver Versicherungsvergleich hilft daher nicht nur beim Sparen, sondern stellt auch sicher, dass der gewählte Schutz den eigenen Reisebedürfnissen entspricht.
Sarah Schwarzer
Leitung Versicherung
Sarah verfügt über langjährige Erfahrung in der Versicherungsbranche. Ihre Fachkenntnisse erstrecken sich über alle gängigen Versicherungsarten, von Kfz bis Lebensversicherung – immer mit dem Ziel, den besten Schutz zu fairen Konditionen zu bieten. Mit einem tiefen Verständnis für Schadensregulierung und Risikomanagement findet sie maßgeschneiderte Lösungen, die perfekt zu den Bedürfnissen unserer Kund:innen passen.