Sonnenrabatt: Was bringt der neue Sommer-Nieder-Arbeitspreis wirklich?
20.04.2026
5 min
Seit April 2026 gilt in Österreich der sogenannte Sonnenrabatt, offiziell Sommer-Nieder-Arbeitspreis (SNAP). Er reduziert die Netzgebühren in den Mittagsstunden um 20 %. Klingt gut, bringt einem durchschnittlichen Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch aber nur rund 9 € Ersparnis pro Halbjahr. Wer wirklich bei den Stromkosten sparen will, sollte den Blick auf den Energiepreis richten: Ein Anbieterwechsel spart bis zu 400 € pro Jahr.
Inhaltsverzeichnis:
- Das Wichtigste in Kürze
- Was steckt hinter dem Sonnenrabatt?
- Wer bekommt den Sonnenrabatt?
- Wer bekommt den Sonnenrabatt?
- Was tun, wenn der Sonnenrabatt noch nicht auf der Rechnung steht?
- Wie viel spart der Sonnenrabatt wirklich?
- Warum ein Anbieterwechsel mehr bringt als der Sonnenrabatt
- Sonnenrabatt mitnehmen, Stromtarif vergleichen
Das Wichtigste in Kürze
20 % Rabatt auf das Netzentgelt: Der SNAP reduziert den Netzarbeitspreis von April bis September, täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr.
Voraussetzung ist ein Smart Meter: Die Viertelstundenmessung muss im Kundenportal des Netzbetreibers aktiviert sein (Opt-In).
Rund 9 € Ersparnis pro Halbjahr: Für einen Durchschnittshaushalt mit 3.500 kWh und Standardlastprofil ist die Entlastung überschaubar.
Deutlich mehr sparen durch Anbieterwechsel: Wer Stromtarife vergleicht, spart bis zu 400 € pro Jahr.
Was steckt hinter dem Sonnenrabatt?
Die offizielle Bezeichnung lautet Sommer-Nieder-Arbeitspreis, kurz SNAP. Eingeführt hat ihn die Regulierungsbehörde E-Control per Verordnung. Die Idee ist einfach: In den Sommermonaten produzieren Photovoltaikanlagen in Österreich rund um die Mittagszeit besonders viel Strom. Oft mehr, als gerade gebraucht wird. Das belastet die Stromnetze.
Wer seinen Verbrauch gezielt in diese Stunden verlegt, also zum Beispiel die Waschmaschine mittags laufen lässt, hilft dabei, den vorhandenen Sonnenstrom besser zu nutzen. Als Belohnung gibt es einen Rabatt auf die Netzgebühren, also auf jenen Teil der Stromrechnung, der für den Transport des Stroms anfällt.
Wer bekommt den Sonnenrabatt?
Der Rabatt steht praktisch allen Haushalten in Österreich offen. Zwei Dinge müssen aber stimmen:
Ein digitaler Stromzähler (Smart Meter) muss eingebaut sein. In den meisten Bundesländern haben bereits fast alle Haushalte einen Smart Meter. Ob bei Ihnen einer verbaut ist, erkennen Sie am Zähler selbst: Moderne digitale Zähler haben ein Display, während alte Zähler eine Drehscheibe besitzen.
Ihr Zähler muss die Daten alle 15 Minuten übermitteln (Viertelstundenmessung). Nur so kann der Netzbetreiber erkennen, wann Sie Strom verbrauchen. Die gute Nachricht: Seit dem neuen Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG, in Kraft seit Dezember 2025) ist diese Messung der Standard. Die meisten Netzbetreiber stellen ihre Kund:innen automatisch um. Viele Haushalte bekommen den Sonnenrabatt also, ohne etwas tun zu müssen.
Sind beide Voraussetzungen erfüllt, wird der Rabatt automatisch auf Ihrer Stromrechnung berücksichtigt. Sie müssen nichts beantragen.
Wer bekommt den Sonnenrabatt?
Der Rabatt steht praktisch allen Haushalten in Österreich offen. Zwei Dinge müssen aber stimmen:
Ein digitaler Stromzähler (Smart Meter) muss eingebaut sein. In den meisten Bundesländern haben bereits fast alle Haushalte einen Smart Meter. Ob bei Ihnen einer verbaut ist, erkennen Sie am Zähler selbst: Moderne digitale Zähler haben ein Display, während alte Zähler eine Drehscheibe besitzen.
Ihr Zähler muss die Daten alle 15 Minuten übermitteln (Viertelstundenmessung). Nur so kann der Netzbetreiber erkennen, wann Sie Strom verbrauchen. Die gute Nachricht: Seit dem neuen Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG, in Kraft seit Dezember 2025) ist diese Messung der Standard. Die meisten Netzbetreiber stellen ihre Kund:innen automatisch um. Viele Haushalte bekommen den Sonnenrabatt also, ohne etwas tun zu müssen.
Sind beide Voraussetzungen erfüllt, wird der Rabatt automatisch auf Ihrer Stromrechnung berücksichtigt. Sie müssen nichts beantragen.
Was tun, wenn der Sonnenrabatt noch nicht auf der Rechnung steht?
Nicht alle Netzbetreiber haben die Umstellung schon für alle Kund:innen abgeschlossen. So hat etwa Netz Oberösterreich angekündigt, dass nicht alle Smart Meter sofort die nötigen Daten liefern können. Netz Niederösterreich stellt Kund:innen schrittweise um, empfiehlt aber, die Aktivierung im Portal selbst vorzunehmen, wenn Sie den Rabatt sofort nutzen möchten.
Falls Sie unsicher sind, ob der Rabatt bei Ihnen schon greift, prüfen Sie es im Online-Portal Ihres Netzbetreibers. Dort können Sie sehen, ob die Viertelstundenmessung aktiv ist, und sie bei Bedarf selbst einschalten. Die Bezeichnung variiert: Bei Salzburg Netz heißt die Funktion "Prime Meter", bei anderen Netzbetreibern "Opt-In auf Viertelstundenwerte". Die Aktivierung dauert nur wenige Klicks.
Tipp: Wer auf eine monatliche Stromrechnung umstellt, kann bereits nach dem ersten Monat überprüfen, ob der Rabatt korrekt berücksichtigt wurde.
Wie viel spart der Sonnenrabatt wirklich?
Hier wird es ernüchternd. Die 20 % Rabatt klingen nach viel, beziehen sich aber nur auf einen kleinen Teil der Stromrechnung: die Netzgebühren. Diese machen rund ein Drittel Ihrer gesamten Stromkosten aus. Der Rabatt gilt außerdem nur für den verbrauchsabhängigen Anteil der Netzgebühren, nicht für die Grundpauschale oder Steuern.
In der Praxis bedeutet das: In den Rabattstunden sparen Sie je nach Bundesland rund 2 Cent pro Kilowattstunde. Für einen Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch und einem normalen Verbrauchsmuster ergibt sich eine Ersparnis von rund 9 € im Sommerhalbjahr. Wer gezielt stromfressende Geräte in die Mittagsstunden verlegt, kann etwas mehr herausholen.
Welche Geräte lassen sich gut verschieben?
Besonders einfach geht es mit Geräten, die einen Timer haben: Waschmaschine und Trockner auf die Mittagsstunden programmieren, den Geschirrspüler nach dem Mittagessen starten oder das E-Auto tagsüber laden. Auch Klimaanlagen und Warmwasser-Wärmepumpen laufen in den Rabattstunden günstiger.
Wer tagsüber nicht zu Hause ist und keine programmierbaren Geräte besitzt, wird seinen Verbrauch kaum verschieben können.
Warum ein Anbieterwechsel mehr bringt als der Sonnenrabatt
Der Sonnenrabatt ist ein gutes Signal: Zum ersten Mal gibt es in Österreich einen finanziellen Anreiz, Strom dann zu verbrauchen, wenn ohnehin viel Sonnenstrom verfügbar ist. Die Ersparnis für den einzelnen Haushalt bleibt mit rund 9 € in sechs Monaten aber überschaubar.
Der größte Posten auf Ihrer Stromrechnung sind nämlich nicht die Netzgebühren, sondern der Energiepreis, also das, was Sie für den Strom selbst bezahlen. Und genau hier gibt es große Unterschiede zwischen den Anbietern. Ein Stromvergleich auf durchblicker zeigt Ihnen in wenigen Minuten, wie viel Sie mit einem günstigeren Tarif sparen können. Haushalte sparen durch einen Anbieterwechsel bis zu 400 € pro Jahr. Das ist ein Vielfaches der Ersparnis durch den Sonnenrabatt.
Das Gute daran: Anbieterwechsel und Sonnenrabatt schließen einander nicht aus. Sie können beides kombinieren: den günstigeren Netzpreis in den Mittagsstunden mitnehmen und gleichzeitig durch einen besseren Stromtarif sparen.
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Sonnenrabatt mitnehmen, Stromtarif vergleichen
Der neue Sonnenrabatt ist ein Schritt in die richtige Richtung: Wer Strom verbraucht, wenn die Sonne scheint, wird dafür belohnt. Für Ihre Geldbörse bringt er aber nur wenige Euro pro Jahr.
Wer seine Stromkosten spürbar senken möchte, kommt um einen Tarifvergleich nicht herum. Über durchblicker finden Sie in wenigen Klicks den günstigsten Stromtarif für Ihren Haushalt und sparen bis zu 400 € pro Jahr.
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Stefan Spiegelhofer
Leitung Energie
Stefan hilft Kund:innen dabei, den passenden Energieanbieter zu finden und beim Wechsel richtig zu sparen. Sein Ziel: Klarheit im Tarifdschungel – schnell, einfach und transparent.