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Netzentgelte 2022: In welchen Bundesländern die Gebühren sinken oder steigen

Verfasst am 17.01.2022


Die Netzentgelte für Strom und Gas wurden am 1. Jänner 2022 angepasst – jedoch mit regionalen Unterschieden. Erfahren Sie hier, ob die Netzentgelte in Ihrem Bundesland steigen oder sinken und wie sich das auf Ihre jährliche Strom- und Gasrechnung auswirkt.


Foto: Shutterstock

Das erfahren Sie in diesem Blog-Beitrag:

Neue Netzentgelte für Strom und Gas

Die Netzentgelte sind jene Gebühren, die Sie jährlich an Ihren Netzlieferaten zahlen. Die Höhe hängt dabei von Ihrem individuellen Strom- und Gasverbauch ab. Zu Jahresbeginn werden die neuen Strom- und Gasnetzentgelte von der E-Control festgelegt. Heuer kommt es in vielen Bundesländern (wieder) zu einem Anstieg – insbesondere bei den Stromnetzentgelten.

Im Österreichschnitt steigen die Stromnetzentgelte für Haushalte um 8,9 Prozent. Auf einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Stromverbrauch von 3.500 kWh kommen so rund 21 Euro Mehrkosten im Jahr zu. Am stärksten ist die Erhöhung in den Netzbereichen Kleinwalsertal, Wien und Vorarlberg. Lediglich in Linz kommt es zu einer geringfügigen Senkung.

Für einen Durchschnittshaushalt der mit Gas heizt erhöhen sich bei einem Jahresverbrauch von 15.000 kWh die Gasnetzentgelte um 4 Prozent – das entspricht rund 12 Euro. Am stärksten trifft es Haushalte in Wien, Oberösterreich und im Burgenland. In Vorarlberg, Kärnten und der Steiermark reduzieren sich die Gebühren.


Wo die Netzentgelte 2022 steigen oder sinken

Während die Stromnetzentgelte in allen Bundesländern steigen (mit Ausnahme vom Netzgebiet Linz), gibt es bei den Gasnetzentgelten durchaus regionale Unterschiede. Das zeigen die neuen Strom- und Gasnetzentgelte 2022 der E-Control, berechnet für einen Durchschnittshaushalt (Stromverbrauch 3.500 kWh, Gasverbrauch 15.000 kWh):

Wien

Für Wienerinnen und Wiener verteuern sich die Stromnetzentgelte um 14,6 Prozent (31 Euro). Auch bei Gas kommt es für einen Durchschnittshaushalt in Wien zu einer Erhöhung von 6,2 Prozent – das sind 20 Euro mehr im Jahr.

Burgenland

Auch im Burgenland erhöhen sich die Netzentgelte für Strom und Gas: Die Stromnetzentgelte steigen um 10,9 Prozent (ca. 28 Euro), die Gasnetzentgelte um 7,8 Prozent (24 Euro).

Niederösterreich

Ein Durchschnittshaushalt in Niederösterreich muss heuer mit 8,4 Prozent höheren Strom- (20 Euro) und mit 4,7 Prozent höheren Gasnetzentgelten rechnen (13 Euro).

Steiermark

Die Netzentgelte für Strom werden in der Steiermark heuer um 9,6 Prozent (26 Euro) erhöht, im Netzgebiet Graz um 12,3 Prozent (27 Euro). Dafür sinken aber die Gasnetzentgelte um 2,2 Prozent, was für eine Ersparnis von 7 Euro im Jahr sorgt.

Oberösterreich

Während in Oberösterreich die Stromnetzentgelte um 4,6 Prozent (12 Euro) steigen, sinken diese im Netzgebiet Linz mit 2 Prozent leicht und sorgen für eine Ersparnis von 4 Euro. Die Netzentgelte für Gas steigen um 5,6 Prozent und verursachen Mehrkosten von 15 Euro im Jahr.

Kärnten

Im Netzgebiet Kärnten erhöhen sich die Stromnetzentgelte um 6,7 Prozent auf 22 Euro, in Klagenfurt um 11,8 Prozent auf 27 Euro. Eine minimale Entspannung gibt es bei den Gasnetz­entgelten: Diese sinken in Kärnten um 0,4 Prozent (Ersparnis von ca. 2 Euro).

Salzburg

In Salzburg steigen die Netzentgelte für Strom für einen durchschnittlichen Haushalt um 7,6 Prozent (17 Euro) an. Weniger stark fällt die Erhöhung der Gasnetzentgelte aus – diese beläuft sich auf 2,2 Prozent (6 Euro).

Tirol

Im Netzgebiet Tirol erhöhen sich die Netzentgelte für Strom um 8,9 Prozent (20 Euro), in Innsbruck um 7,5 Prozent (20 Euro). Bei den Gasnetzentgelten ist mit einer Erhöhung von 2,2 Prozent (9 Euro zu rechnen).

Vorarlberg

Um 12,6 Prozent (21 Euro) teurer sind die Entgelte für das Stromnetz in Vorarlberg, im Netzgebiet Kleinwalsertal erhöhen sich die Netzkosten sogar um 19,2 Prozent (83 Euro). Der Grund für den überdurchschnittlichen Anstieg im Kleinwalsertal: vorgelagerte Netzkosten in Deutschland und eine Reduktion der Abgabemengen. Immerhin sinken die Gasnetzentgelte um 4 Prozent was eine Ersparnis von rund 9 Euro ausmacht.

Regionale Unterschiede bei den Netzentgelten: die Gründe

Die Unterschiede bei den Stromnetzentgelten sind laut E-Control unter anderem auf die ver­schiedenen Investitionstätigkeiten der Netzbetreiber zurückzuführen. Zum Beispiel für die Erneuerung des bestehenden Leistungsnetzes, neue Aufgabenfelder (Smart Metering) und rückgängige Abgabemengen.

Der Hintergrund für die steigenden Gasnetzentgelte ist etwas komplexer: Den Netzbetreibern wurde das Recht eingeräumt, Abweichungen der tatsächlichen Erlöse zu den der Tarifierung zugrunde gelegten Erlösen aufzurollen. In Vorarlberg, Kärnten und in der Steiermark sinken die Gasnetzentgelte hingegen, weil der Gasmengenabsatz konstant hoch ist oder die Netzkosten gesenkt wurden.


durchblicker Energiespar Tipps

Für Energie werden die österreichischen Haushalte im Jahr 2022 also deutlich tiefer ins Geldbörserl greifen müssen. Eine leichte Entlastung bringt hier zum Beispiel die Befreiung der Ökostromabgabe.

Ebenso hilft es, beim eigenen Strom- und Gasverbrauch anzusetzen. Denn auch energieeffiziente Maßnahmen im Alltag tragen dazu bei, Energiekosten zu senken. Bereits 1 Grad weniger Raumtemperatur spart 6 Prozent an Heizkosten. Hier erfahren Sie mehr Tipps zum Thema richtig heizen im Winter.

Besonders im Winter verbringen wir mehr Zeit zu Hause – das lässt auch den Stromverbrauch und nicht zuletzt die Stromrechnung in die Höhe schnellen. Doch mit 3 einfachen Tipps lassen sich im Winter Stromkosten senken.



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Kommentare


Thomas Perlich am 25.04.2022

Der netzpreis Gas ist durch die gas-m3 in kWh Umrechnung an die Höhe des Gaspreises gebunden. Das ist so als stiege die Autobahn Maut wenn der Sprit teurer wird. Der netzpreis wird auch in kWh und nicht in m3 verrechnet. Diese Ungerechtigkeit haben unsere Parlamentarier vor ca 10 Jahren beschlossen. Die brauchen ja nicht aufs Geld schauen. Das gehört geändert.