Ein Baukonto kommt beim Hausbau oder bei Renovierungsarbeiten zum Einsatz, um während der Umsetzung eines Wohnprojekts jederzeit über finanzielle Mittel zu verfügen. Wie ein Baukonto funktioniert und für wen es sinnvoll ist, lesen sie hier.
Was ist ein Baukonto?
Ein Baukonto (auch Wohnbaukonto genannt)ist ein Kreditrahmen, den Ihnen die Bank speziell für ein Immobilienprojekt einräumt. Es funktioniert ähnlich wie ein Überziehungsrahmen auf dem Girokonto, hat aber deutlich günstigere Zinsen. Wenn sie einen Hauskauf, -bau oder einen Wohnungskauf planen, ist ein Wohnbaukonto die richtige Wahl für Sie. Aber auch die Finanzierung von Sanierungen und Renovierungen ist mit einem Wohnbaukonto möglich. Das Baukonto ist eine der gängigsten Formen der Zwischenfinanzierung in Österreich.
Der zentrale Vorteil: Sie müssen den Rahmen nicht auf einmal ausschöpfen. Sie rufen das Geld flexibel ab. Je nach Fortschritt Ihres Projekts zahlen Sie Zinsen nur für den Betrag, den Sie gerade tatsächlich nutzen. Eine regelmäßige Kredittilgung ist während dieser Phase nicht vorgesehen. Sie begleichen nur die laufenden Zinsen.
Ein Baukonto dient nur als kurzfristige Zwischenfinanzierung. Für eine optimale Anschlusslösung eignet sich ein Immobilienkredit. Vergleichen Sie jetzt verschiedene Anbieter und finden Sie den passenden Immobilienkredit:
Wie funktioniert ein Baukonto?
Das Baukonto oder Wohnbaukonto ist wie ein Überziehungsrahmen auf einem Konto aufgebaut. Die Bank räumt Ihnen einen individuellen Kreditrahmen ein, den Sie über die Laufzeit flexibel nutzen. Sie rufen das Geld je nach Bau- oder Kauffortschritt ab, etwa um Handwerker, Materialien oder Teilzahlungen zu begleichen. Dabei zahlen Sie ausschließlich Zinsen auf den genutzten Betrag, nicht auf den gesamten Rahmen.
Am Ende der vereinbarten Laufzeit decken Sie den genutzten Betrag ab, meist über den Verkaufserlös, die ausbezahlte Förderung oder die Umwandlung in einen langfristigen Kredit. Die Laufzeit ist bewusst kurz gehalten und liegt je nach Bank bei meist ein bis drei Jahren.
Ein Baukonto eignet sich nicht für eine komplette Immobilienfinanzierung, sondern für die Überbrückung der ersten Projektphasen. Für Wohnbaukonten ist in der Regel keine grundbücherliche Besicherung vorgesehen. Einzelne Banken können aber Sicherheiten verlangen.
Wann ist ein Baukonto sinnvoll?
Ein Baukonto lohnt sich dann, wenn Kosten für ein Wohnprojekt anfallen, bevor Ihnen das Geld dafür zur Verfügung steht. Beispiele, wann ein Wohnbaukonto sinnvoll ist:
Immobilienkauf vor dem Verkauf: Ihr Eigenkapital steckt noch in der alten Immobilie. Bis zum Verkaufserlös überbrücken Sie die Lücke über das Baukonto.
Vorfinanzierung der Wohnbauförderung: Zugesagte Förderungen werden oft verzögert ausbezahlt. Über das Baukonto begleichen Sie laufende Kosten, bis die Wohnbauförderung auf dem Konto ist.
Hausbau mit Auszahlung nach Baufortschritt: Banken zahlen Baukredite nicht auf einmal aus, sondern anteilig nach Baufortschritt. Das Baukonto überbrückt die Zeit, bis Ihnen die nächste Rate der Bank zur Verfügung steht. Durch ein Wohnbaukonto können Sie Rechnungen pünktlich begleichen und Skonti (Rabatte für schnelle Zahlungen) sichern.
Was sind die Vorteile eines Baukontos?
Ein Baukonto bietet verschiedene Vorteile. Deshalb ist ein Wohnbaukonto die ideale Lösung, um die Kosten für ein Wohnprojekt zu finanzieren. Die Vorteile auf einen Blick:
Flexible Zwischenfinanzierung: Ein Baukonto überbrückt die Wartezeit bis Wohnbauförderungen ausbezahlt werden. Somit verfügen Sie während des Wohnprojekts jederzeit über finanzielle Mittel.
Individueller Kreditrahmen: Sie vereinbaren einen individuellen Rahmen und zahlen nur Zinsen auf den von Ihnen genutzten Betrag.
Übersicht über Zahlungen: Durch ein separat eröffnetes Wohnbaukonto behalten Sie Ihre Ausgaben und Einnahmen immer im Blick.
Baukonto eröffnen: So gehen Sie vor
Ein Baukonto eröffnen Sie üblicherweise im Rahmen eines Beratungsgesprächs bei der Bank. Um ein Wohnbaukonto zu beantragen, brauchen Sie in einen amtlichen Lichtbildausweis, einen Einkommensnachweis und eine Haushaltsrechnung.
Sinnvoll ist es, die Höhe des Rahmens mit etwas Reserve zu planen, da sich Baukosten und Zeitpläne häufig verschieben. Vergleichen Sie vorab die Konditionen mehrerer Banken, statt automatisch das Angebot der Hausbank zu nehmen.
Vom Baukonto zur langfristigen Finanzierung
Ein Baukonto ist immer nur die kurzfristige Brücke, nicht die eigentliche Finanzierung. Nach dem Ende der Laufzeit wird der genutzte Betrag zurückgezahlt oder in eine langfristige Finanzierung überführt, meist in einen Immobilienkredit oder ein Bauspardarlehen.
Ein Immobilienkredit ist dabei kein Ersatz für das Baukonto, sondern die Anschlusslösung. Er ist auf lange Laufzeiten ab fünf Jahren ausgelegt und deckt die dauerhafte Finanzierung Ihres Wohnprojekts ab.
Das Baukonto selbst wird nicht online abgeschlossen, sondern in einem persönlichen Beratungsgespräch bei der Bank eingerichtet. Berechnen Sie hier die Konditionen für Ihre langfristige Immobilienfinanzierung. Nach Ihrer Anfrage erhalten Sie ein auf Ihr Projekt abgestimmtes Angebot.
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Simon Böchzelt
Leitung Versicherung
Als Experte für private Immobilienkredite bring Simon Böchzelt jahrelange Erfahrung mit. Er prüft Machbarkeiten und findet aus einer Vielzahl von unseren Bankpartnern das beste Angebot für unsere Kund:innen. Mit fundiertem Fachwissen begleitet er durch den gesamten Finanzierungsprozess und sorgt für Lösungen, die Wohnträume möglich machen.