Geldanlage

Verfasst am 07.01.2014


Festgeld nicht immer deutlich vor Tagesgeld. Beim ersten Hinschauen paradox: Tagesgeld- und Fixzins-Angebote liegen oft Kopf an Kopf.



Fixzins-Angeboten mit Tagesgeld zu vergleichen kann sich gerade jetzt richtig lohen. Die Ursache ist wohl oder übel bei den historisch niedrigen Zinsen der EZB zu suchen. Dadurch nähern sich die Zinssätze der Banken für täglich fällige und gebundene Einlagen einander an. Tagesgeld liegt zumindest im einen oder anderen Fall gleichauf mit Festgeld.

Regionalbanken versus Online-Institute

Dass es bei Vergleichen zwischen völlig verschiedenen Banken zu einer Umkehr der Reihung „zuerst Festgeld, dann Tagesgeld“ kommt, ist ja noch einigermaßen nachvollziehbar. Denn eine Regionalbank weist meist eine andere Zinsstruktur auf als Online-Institute. Sehen wir uns am besten ein konkretes Beispiel an : Wer etwa bei der Raiffeisenbank Tannheim in Tirol sein Geld für zwölf Monate bindet, bekommt 0,63 Prozent Zinsen. Entscheidet sich der Sparer hingegen für ein Internet-Geldinstitut, sind deutlich mehr als 1,0 Prozent Zinsen drinnen – ohne lästige Bindung wohlgemerkt. Bei der Amsterdam Trade Bank lukrieren Sparer derzeit 1,4 Prozent, bei der Denizbank 1,15, bei Hypodirekt.at 1,10 und bei der DKB 1,05.

Langfristige Festgeldanlage

Aber auch wer die Angebote ein und derselben Bank unter die Lupe nimmt, wird manchmal erstaunt sein. So bietet die Livebank Tagesgeld mit 1,0 Prozent und Festgeld für 12 Monate mit ebenfalls 1,0 Prozent. Auf den ersten Blick paradox. Allerdings haben Festgeld-Sparer den unbestreitbaren Vorteil, dass sich der Zinssatz nicht mehr ändern kann. Tagesgeld-Fans müssen hingegen damit rechnen, dass gerade im momentanen sinkenden Zinsumfeld die Zinsen für täglich fällige Einlagen noch mal nach unten gehen könnten. Für eine 60-monatige Bindung können Livebank-Sparer hingegen 2,0 Prozent einheimsen.

Sinkender EZB-Leitzins

Wie stabil sind Tagesgeldzinsen? Die Denizbank etwa zahlte Mitte 2011 - in einem völlig anderen Zinsumfeld - 1,75 Prozent, mit Stichtag 01.07.2012 1,85 Prozent, zur Jahresmitte 2013 und auch jetzt 1,15. Die DKB erhöhte zuerst von 1,65 auf 2,05 Prozent (Beginn 2. Halbjahr 2012), später mussten die Zinsen auf 1,05 Prozent gesenkt werden. Die die Amsterdam Trade Bank (ATB) wiederum stieg am 21.07.2011 als Newcomer mit 1,75 Prozent ein, im Juli des Folgejahrs ging es rauf auf 2,40 Prozent, derzeit bekommen Sparer bei der ATB 1,40 Prozent Zinsen. Zum Vergleich: Der Leitzins der EZB rutschte erst jüngst von 0,50 auf 0,25 Prozent.

Fazit: Tagesgeld erscheint auf den ersten Blick attraktiver als Festgeld. Aber: Sparer sichern sich bei Festgeld die momentan angebotene Zinshöhe für die gesamte Bindungsdauer. Dies ist vor allem dann ein Vorteil, wenn das allgemeine Zinsniveau erneut sinkt.

Gastbeitrag von Franz Steinbauer, biallo.at

Foto: Wrangler - Fotolia.com

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