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Wohnbauförderung 2021 beantragen: Alle Bundesländer im Überblick

Verfasst am 19.02.2021


Ob Neubau, Hauskauf, Ausbau oder Sanierung: der Traum vom Eigenheim ist mit hohen Kosten verbunden. Um die Finanzierung zu erleichtern, unterstützen die Bundesländer mit Wohnbau­förderungen. Aber wie viel ist drin und wer kann sie beantragen? Wir geben einen Überblick.

Wohnbauförderung
Foto: Kaikoro/shutterstock.com

Das erfahren Sie hier:

Welche Arten der Wohnbauförderung gibt es?

Unter dem Begriff „Wohnbauförderung“ werden breit gefächerte Unterstützungsmaßnahmen für die Schaffung, den Kauf oder die Sanierung von Wohnraum zusammengefasst. Dabei kann es sich um Einmalzahlungen für einen Hausbau- oder Eigenheimkauf oder um ein Darlehen handeln. Auch eine Zuschusszahlung auf die Zinsen eines vom Antragsteller bereits aufgenommenen Darlehens, ein sogenannter Zinszuschuss, ist möglich.

Wie viel Wohnbauförderung kann ich bekommen?

Die Wohnbauförderung setzt sich aus verschiedenen Maßnahmen zusammen und variiert je nach Art und Bundesland stark. Sie kann beispielsweise Einmalzahlungen oder einen rückzahlbaren Kredit umfassen. Zuschüsse und Darlehen sowie die maximalen Förderbeträge orientieren sich oft auch an der Wohnungs- bzw. Hausgröße.

Wer kann die Wohnbauförderung beantragen?

Die Wohnbauförderung ist insbesondere für Privatpersonen interessant. Diese müssen ab einem festgesetzten Stichtag im jeweiligen Bundesland als Hauptwohnsitz gemeldet sowie österreichische Staatsbürger oder EU-Bürger sein. Außerdem gelten für die verschiedenen Fördermaßnahmen unterschiedliche Beschränkungen, welche je nach Leistung und Bundesland variieren. Hierbei kann es sich um Einkommensgrenzen handeln oder, dass die Finanzierung des Eigenheims bereits gesichert sein muss. Ebenso unterschiedlich ist es, welche Kosten von der Berechnungsgrundlage abgezogen werden, oder ob Brutto- oder Nettobeträge gelten.

Wo beantrage ich die Förderung und welche Unterlagen benötige ich?

Anträge zur Wohnbauförderung können online oder direkt bei den zuständigen Abteilungen der Landesregierungen bzw. in Wien bei der MA 50 gestellt werden. Darüber hinaus wird oft telefonische oder persönliche Beratung zu Wohnbaufragen angeboten. Bei der Antragstellung zur Wohnbau­förderung sind neben persönlichen Ausweisdokumenten wie Reisepass oder Personal­ausweis in jedem Fall Dokumente wie Einkommensnachweise sowie Darlehenszusagen von Kreditinstituten, Baubewilligungen, Grundbucheintragungen und Baupläne zu erbringen. Zusätzlich können auch weitere Unterlagen wie Energienachweise oder Finanzierungspläne verlangt werden. Das richtet sich nach Art der Förderung.

Diese Förderungen gibt es in den einzelnen Bundesländern

Im Folgenden geben wir einen Überblick über die verschiedenen Förderinstrumente der einzelnen Bundesländer, insbesondere zu Förderungen für die Errichtung von Eigenheimen von Privatpersonen.

Wien

Die Wohnbauförderung in Wien unterteilt sich in objektbezogene und subjektbezogene Förder­ungen. Erstere bezieht sich auf die Errichtung von Neubauten oder Kleingartenwohnhäusern sowie auf Sanierungsvorhaben.

So wird beispielsweise für die Errichtung von Eigenheimen, Reihenhäusern oder für einen Dachgeschossausbau ein Förderdarlehen gewährt. Die förderbare Nutzfläche (max. 150 m2) orientiert sich dabei an der Familiengröße. Zusätzlich bestehen folgende Grenzen beim Jahresnettoeinkommen:
Die Subjektförderung umfasst zum einen die Wohnbeihilfe, mit der Personen mit geringem Einkommen unterstützt werden. Zum anderen vergibt das Land Wien ein “1%-Landesdarlehen” für den Erwerb geförderter Miet-, Genossenschafts-, Eigentums- oder Gemeindewohnungen. Eine besondere Variante dieses Eigenmittelersatzdarlehens ist das JungwienerInnendarlehen.

Niederösterreich

Die Wohnbauförderung in Niederösterreich setzt besonders auf energieeffizientes Bauen. Basierend auf einem 100-Punkte-Index werden mehr Fördergelder zugestanden, je energieeffizienter das Haus bzw. die Wohnung ist. Für jeden Punkt werden 300 Euro bewilligt. So lassen sich maximal bis zu 42.000 Euro beim Eigenheimbau und Reihenhauskauf sowie bis zu 28.000 Euro beim Wohnungs­kauf an Förderung beantragen.

Interessant ist die Förderung eines Eigenheims oder Reihenhauses: Je nach Punkteanzahl liegt diese zwischen 19.500 - 42.000 Euro, hat eine Laufzeit von 27,5 Jahren und wird mit 1% jährlich im Nachhinein verzinst. Das Jahresnettoeinkommen darf folgende Grenzen nicht überschreiten:
Auch bei Sanierungsvorhaben unterstützt das Land Niederösterreich mit finanziellen Förderungen. Zusätzlich zur Wohnbauförderung für nachhaltige und effiziente Bauweise sowie Lageunterstützung, gibt es noch weitere Förderungsmaßnahmen für Familien.

Oberösterreich

Die Wohnbauförderung in Oberösterreich erfolgt mit einem geförderten Hypothekarkredit. Zu den geförderten Wohnbauten zählen die Errichtung von Neubauten sowie die Errichtung einer zweiten Wohnung in einem bestehenden Eigenheim. Drei Zuschuss-Varianten stehen bei der Förderung zur Verfügung: Ein Zuschuss zum Hypothekarkredit mit variabler oder fixer Verzinsung oder alternativ ein einmaliger, nicht rückzahlbarer Zuschuss zum Darlehen.

Das Jahreseinkommen wird aus den Bruttoeinkünften abzüglich Werbungskosten und Lohnsteuer berechnet, entspricht also in etwa dem Nettoeinkommen:
Zuschläge für Kinder, barrierefreie Maßnahmen oder nachhaltige Bauweise können den geförderten Basisdarlehensbetrag erhöhen. Auch bei Sanierungsvorhaben bietet das Land Oberösterreich Unterstützung.

Burgenland

Die Wohnbauförderung im Burgenland steht für unterschiedliche Projekte zur Verfügung: Errichtung von Eigenheimen (Hausbau), Wohnraumschaffung, Ankauf eines Eigenheims/einer Wohnung und Sanierung. Bei der Wohnbauförderung gibt es sowohl Einkommensobergrenzen als auch Mindesteinkommensgrenzen. Die Mindestgrenzen sollen gewährleisten, dass die Rückzahlung des Landesdarlehens gesichert ist. Die Einkommensobergrenzen (Jahresnettoeinkommen) betragen:
Bei Überschreiten der Einkommensobergrenzen wird die Höhe der Förderung entsprechend reduziert. Die maximale Förderhöhe bei burgenländischen Darlehen für den Wohnbau setzt sich aus einer Subjet- und Objektförderung sowie aus möglichen Bonusbeträgen (z.B. Kindersteigerungs­betrag, Sozialzuschlag, barrierefreies Bauen etc.) zusammen.

Zusätzlich zur Wohnbauförderung gibt es weitere Zuschussmöglichkeiten. Es handelt sich hierbei um nicht rückzahlbare Unterstützungen: Darunter fallen Zuschüsse für sicheres Wohnen (z.B. Alarmanlagen, Sicherheitstüren) und Zuschüsse für nachhaltige und ressourcenschonende Energieanlagen (z.B. Wärmepumpen, thermische Solaranlagen).

Steiermark

Die Wohnbauförderung in der Steiermark bietet unter anderem Förderungen für den Eigenheimbau, Ersterwerb von Eigentumswohnungen, Hausstandsgründungen von Jungfamilien und verschiedene Arten von Sanierungen.

Der Neubau eines Eigenheims wird mit einem Landesdarlehen mit einer Laufzeit von 20,5 Jahren und einer dekursiven Verzinsung von 1% gefördert. Die Förderhöhe richtet sich unter anderem nach der Haushaltsgröße. Gefördert werden auch Erstkäufer einer Wohnung mit einem Förderungs­darlehen von knapp 25 Jahren und einer 3%-igen Verzinsung. Die Förderhöhe errechnet sich entsprechend der Nutzfläche und der Haushaltsgröße. Bei beiden Förderungen gelten folgende jährlichen Netto-Einkommensgrenzen:
Jungfamilien und Gleichgestellte werden bei einer Hausstandsgründung mit einem Zinszuschuss für ein Darlehen oder einen Abstattungskredit unterstützt. Zudem stehen unterschiedliche Sanierungs­förderungen zur Verfügung. Nach großem Zuspruch wurde zum Beispiel die Öko­förderung (z.B. Heizungstausch, Errichtung von Solar- oder Photovoltaikanlagen, Anschluss an Fernwärme) auch dieses Jahr fortgesetzt.

Kärnten

Die Wohnbauförderung in Kärnten setzt sich aus dem Förderkredit und dem Annuitätenzuschuss zusammen. Als Alternative gewährt das Land Kärnten auch einen einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschuss: den Häuslbauerbonus. Zu den geförderten Objekten für Privatpersonen zählen: Errichtung von Eigenheim, Wohnraum­schaffung, Ersterwerb von Wohnraum und Sanierungsvorhaben.

Für eine Inanspruchnahme der Förderung gelten folgende, jährliche Netto-Haushaltseinkommen als Grenze:
Unterschiedliche Boni (z.B. für Jungfamilien, nachhaltige Bauweise) können die Wohnbauförderung zusätzlich erhöhen. Die Förderungsmaßnahmen bei Sanierungsvorhaben wurden auch 2021 wieder verstärkt: Wie mit dem Impulsprogramm und der Sanierungsoffensive (z.B. Optimierung Wärmedämmung, Umstieg auf nachhaltige Heizungssysteme, barrierefreier Wohnraum, Montage von Außenbeschattung).

Salzburg

Bei der Wohnbauförderung in Salzburg handelt es sich um einen nicht rückzahlbaren Zuschuss. Dieser basiert auf einem Punktesystem und gilt für die Errichtung eines Eigenheims (darunter fallen z.B. auch Bauernhäuser, Austragshäuser, Zu-/Ausbauten eines bestehenden Wohnobjekts), Kauf einer Wohnung oder Eigenheim in der Gruppe, Mietkaufwohnungen und Sanierungen.

Die Förderhöhe ergibt sich aus einem Grundbetrag und Zuschlägen. Die Höhe des Grundbetrags wird beim Kauf anhand des Kaufpreises pro m² Wohnnutzfläche und beim Hausbau anhand der Haushaltsgröße bestimmt. Zuschläge sind in mehreren Bereichen möglich (z.B. bei hoher Gesamtenergieeffizienz, Standortqualität, barrierefreien Ausstattung). Folgende Netto-Jahreshaushaltseinkommen dürfen für die Wohnbauförderung nicht überschritten werden:
Ist die Beantragung einer Wohnbauförderung nicht möglich, kann alternativ um eine Energie­förderung (z.B. thermische Solaranlagen, Photovoltaik-Anlagen und -Speicher, nachhaltige Heizsysteme) oder um einen Zuschuss bei Sanierungsvorhaben angesucht werden.

Tirol

Die Wohnbauförderung in Tirol fördert den Neubau oder Erwerb eines Eigenheims/einer Wohnung, die Wohnraumschaffung und -erweiterung sowie Sanierungen mit Krediten, Wohnbauschecks und unterschiedlichen Zuschüssen.

Die Förderungskredite bei der Wohnbauförderung in Tirol haben eine maximale Laufzeit von 35 Jahren. Je nach Laufzeit variiert der Zinssatz und damit die monatliche Rückzahlungsrate. Die zulässige Nutzfläche für einen geförderten Wohnbau muss dabei zwischen 30 und 150 Quadratmetern pro Wohnung liegen. Für die Bewertung der Einkommensgrenzen wird ein Zwölftel des jährlichen Nettoeinkommens herangezogen (inkl. zusätzlicher Einkommensquellen wie Unterhaltszahlungen oder Kinderbetreuungsgeld):
Beim Wohnbauscheck handelt es sich um einen Fixbetrag, welcher je nach Bauvorhaben variiert, aber nicht zurückgezahlt werden muss. Zusätzlich gibt es noch weitere Zuschussmöglichkeiten für Neubauvorhaben (z.B. Wohnstarthilfe, Kinderzuschuss, sicheres Wohnen, energiesparende Maßnahmen).

Vorarlberg

Die Wohnbauförderung in Vorarlberg unterstützt bei der Errichtung von Eigenheimen, Ersterwerb von Eigenheimen und Wohnungen, Wohnraumschaffung und bei Sanierungsvorhaben mit einem Förderungskredit sowie zusätzlichen Bonuszuschüssen.

Die zu fördernde Nutzfläche pro Wohnung muss zwischen 30m² - 150m² betragen. Die Höhe des Kredits ergibt sich aus einer Basisförderung je förderbarer Wohnnutzfläche pro Quadratmeter und hat eine Laufzeit von 35 Jahren. Die dabei zu berücksichtigenden Einkommensgrenzen betreffen immer ein Zwölftel des Nettojahreseinkommens:
Zusätzlich zur Wohnbauförderung gibt es auch noch Zuschüsse, die in Kombination mit dem Förderungskredit gewährt werden (z.B. Kinderbonus, Einkommensbonus, Energiespar- und Umweltbonus). Auch bei Sanierungsvorhaben unterstützt das Land Vorarlberg mit finanziellen Förderungen.

Eine Liste der Wohnbaubehörden der Bundesländer samt Möglichkeiten zur Antragstellung finden Sie gesammelt über das Behördenportal oesterreich.gv.at.

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